Die Grippesaison 2025/2026 in Sachsen endet mit einem traurigen Rekord: 258 Menschen starben an Influenza – so viele wie noch nie. Das teilte das sächsische Gesundheitsministerium mit. Der bisherige Höchststand von 202 Todesfällen aus der Vorsaison wurde damit übertroffen.
Weniger Fälle, aber mehr Tote
Von Ende September 2025 bis Ende April 2026 erkrankten 28.550 Menschen an dem Virus. Das sind fast 16.000 weniger als in der stark ausgeprägten Grippewelle der Saison 2024/2025. Die Fallzahl liegt damit wieder auf dem Niveau der beiden vorherigen Saisons. Trotz der geringeren Fallzahlen stieg die Zahl der Todesopfer jedoch an.
Unter den Verstorbenen war auch ein dreijähriges Kind, das unter Vorerkrankungen litt. Die übrigen Todesfälle betrafen Patienten im Alter zwischen 44 und 101 Jahren. Der Altersmedian der Verstorbenen lag bei 86 Jahren.
Ursachen: Mehr Tests und sinkende Impfquote
Das Ministerium nennt mehrere mögliche Gründe für den Anstieg der Todesfälle. Durch die leichtere und bessere Verfügbarkeit von Grippetests wurden mehr Fälle entdeckt. Zudem gilt die sinkende Impfquote als Ursache, insbesondere bei Personen, die Kontakt zu vulnerablen Menschen haben. Das Virus selbst war in dieser Saison nicht gefährlicher als in den Vorjahren – die zirkulierenden Virustypen hatten keine erhöhte Virulenz.
Köpping: „Influenza ist keine harmlose Erkrankung“
Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) betonte: „Die Influenza-Saison 2025/2026 mit der hohen Zahl gemeldeter Todesfälle unterstreicht erneut, dass die Influenza keine harmlose Erkrankung ist und man sich und damit auch Andere durch eine Impfung schützen sollte.“
Die Durchimmunisierungsraten und die Anzahl der Influenza-Impfungen sind in Sachsen in den letzten Jahren stetig gesunken. Dafür gebe es verschiedene Gründe – von schlichtem Versäumnis bis hin zu genereller Impfskepsis. Köpping empfahl, sich bei einem Hausarzt beraten zu lassen.



