Patrice Aminati (31) war trotz ihrer unheilbaren Krebserkrankung am Montagabend live in der Talkshow "Hart aber fair" zu Gast. Das Thema der Sendung lautete: "Teuer oder nur Mittelmaß – Was läuft schief bei Ärzten, Kliniken und Kassen?" Aminati schilderte ihren eigenen Leidensweg und plädierte für mehr Vorsorge. Im Gespräch mit BILD erzählte sie zudem, wie es ihr aktuell geht.
Tapferer Auftritt trotz Krebs
Es war ein mutiger Auftritt von Patrice Aminati, die trotz schwerer gesundheitlicher Rückschläge leidenschaftlich mit den Talkgästen diskutierte. Als Moderator Louis Klamroth (36) fragte, wie sie von ihrem schwarzen Hautkrebs erfuhr, erklärte sie, dass Ärzte ihren immer größer werdenden Leberfleck zunächst einfach entfernen wollten. "Das war schwarzer Hautkrebs, der metastasiert war!", so Aminati. Eine Heilungschance hat die Mutter einer dreijährigen Tochter nicht mehr. Sie sagte: "Dank Medikamente werde ich künstlich am Leben gehalten."
Forderung nach Vorsorge ab 14 Jahren
Mehrmals betonte Aminati die Bedeutung der Prävention. Sie stellte den anderen Gästen, darunter der Virologe und CDU-Politiker Hendrik Streeck (48) sowie der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen (63), kritische Fragen. Ihre Botschaft war klar: "Ich möchte ein allgemeines Bewusstsein in der Bevölkerung schaffen." Ihrer Meinung nach sollten Vorsorgeuntersuchungen bereits ab 14 Jahren angeboten werden. Besonders empörte sie, dass die Hautkrebs-Screenings gesundheitspolitisch auf dem Prüfstand stehen: "Warum steht das zur Debatte?" Streeck versicherte, dass die Regelungen vorerst nur überprüft würden, doch Aminati ließ nicht locker: "Wie kann man das verbessern?"
Lob für das medizinische Personal
Für ihre Ärzte und das Pflegepersonal hatte Aminati ausschließlich positive Worte. Im Gespräch mit BILD-Vize-Chefredakteurin Tanja May berichtete sie über ihren aktuellen Gesundheitszustand: "Ohne Medikamente in voller Dosis geht leider nichts. Kaum haben wir ein Medikament gefunden, und es schlägt an, werden die Leberwerte so schlecht, dass wir pausieren müssen. Dann besteht die Gefahr, dass die Metastasen sich wieder ausbreiten." Bei diesem "Hin und Her" helfe ihr vor allem das medizinische Personal: "Ich bin in so guten, liebevollen Händen. Was die Ärztinnen, Ärzte und Schwestern jeden Tag leisten, wie sie sich engagieren, ist mit nichts aufzuwiegen."



