Alterstraumazentrum Halle: Hilfe für Sturzpatienten erneut zertifiziert
Rund 450 ältere Patientinnen und Patienten werden im Alterstraumazentrum Halle jedes Jahr nach Stürzen oder Brüchen versorgt. Die enge Zusammenarbeit von Unfallchirurgie und Geriatrie wurde nun erneut von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziert.
Die gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums Halle und des Diakoniekrankenhauses hat zum zweiten Mal ihre hohe Qualität unter Beweis gestellt. Die Rezertifizierung erfolgt turnusmäßig alle drei Jahre und soll die Sicherheit und Qualität in der Versorgung älterer Patienten durch verbindliche Standards verbessern.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
„Gerade bei älteren Menschen mit komplexen Verletzungen oder Erkrankungen ist die enge Verzahnung von Unfallchirurgie und Geriatrie entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und die Genesung bestmöglich zu unterstützen“, betont Dr. Rüdiger Neef, Leiter der Abteilung für Alterstraumatologie der Universitätsmedizin Halle.
Das Alterstraumazentrum wird von einem erfahrenen Team aus Ärzten, Therapeuten und Pflegefachpersonal geführt. Neben allgemeinen geriatrischen Erkrankungen treten Knochenbrüche durch leichte oder schwere Stürze bei älteren Personen besonders häufig auf. Viele Frakturen sind durch Osteoporose bedingt.
Osteoporose: Früherkennung und Prävention im Fokus
Osteoporose führt dazu, dass die Knochen an Stabilität verlieren und leichter brechen. Das Risiko steigt mit dem Alter und wird durch Faktoren wie Bewegungsmangel, Vitamin-D- und Kalziummangel, Untergewicht, Rauchen oder Alkoholkonsum zusätzlich erhöht. Dr. Neef sieht hier großen Präventionsbedarf: „Oft kommen Patienten erst nach einem Knochenbruch zu uns, dabei kann eine frühzeitig diagnostizierte Osteoporose gut behandelt werden. Eines unserer Ziele ist es daher, die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Hausärzten weiter auszubauen, etwa durch regelmäßige Fortbildungen oder Netzwerktreffen.“
Sturzprävention und ganzheitliche Nachsorge
Neben der chirurgischen und geriatrischen Akutversorgung steht im Alterstraumazentrum die Vermeidung weiterer Stürze im Fokus – durch Nachsorge und die Beseitigung von häuslichen Risiken wie Teppichen oder unzureichender Beleuchtung. Zudem wird geprüft, ob die Medikation angepasst werden muss, da gerade bei älteren Menschen die Einnahme vieler und möglicherweise falsch dosierter Medikamente das Sturzrisiko erhöhen kann. Individuell wird entschieden, welche Rehabilitationsmaßnahme nach dem Klinikaufenthalt für die Patienten am besten geeignet ist.
Das Alterstraumazentrum Halle ist ein Beispiel dafür, wie durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und spezialisierte Versorgung die Lebensqualität älterer Menschen nach Stürzen nachhaltig verbessert werden kann.



