Kniearthrose: Bewegung statt Schonung - Sportmediziner räumt mit Mythen auf
Kniearthrose: Bewegung statt Schonung - Sportmediziner klärt auf

Kniearthrose: Bewegung statt Schonung - Sportmediziner räumt mit Mythen auf

Die Diagnose Kniearthrose führt bei vielen Betroffenen zu der Annahme, dass sie ihr Gelenk schonen müssen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, wie ein führender Orthopäde nun betont. Bewegung ist bei Gelenkverschleiß nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht.

Kniebeugen: Bei richtiger Ausführung sogar hilfreich

Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass Kniebeugen bei Arthrose tabu seien. Prof. Sven Ostermeier, leitender Orthopäde an der Gelenk-Klinik Gundelfingen, widerspricht dieser Annahme deutlich. „Je besser das Knie trainiert ist, umso langsamer schreitet der Gelenkverschleiß fort“, erklärt der Experte.

Kniebeugen können bei korrekter Ausführung sogar nützen, da sie:

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  • Die vordere Oberschenkelmuskulatur kräftigen
  • Das Kniegelenk stabilisieren
  • Die Knorpelernährung durch Mobilisation fördern

Für die richtige Ausführung ist entscheidend:

  1. Füße parallel zueinander positionieren
  2. Körpergewicht auf den Fersen lasten lassen
  3. Vermeiden, dass die Knie nach innen wegknicken

Treten während der Übung stechende Schmerzen auf, sollte man jedoch sofort aufhören.

Geeignete und ungeeignete Sportarten bei Kniearthrose

Generell gilt: Sportarten mit plötzlichen Beschleunigungen und vielen Richtungswechseln belasten das Arthrose-Knie zu stark. Davon abzuraten sind:

  • Squash
  • Fußball
  • Volleyball
  • Badminton

Besser eignen sich sanfte Bewegungsformen mit geringen Stoßbelastungen. Empfehlenswert sind:

  • Nordic Walking als knieschonende Alternative zum Joggen
  • Radfahren mit kleinen Gängen bei steilen Anstiegen
  • Schwimmen (Kraulen oder Rückenschwimmen statt Brustschwimmen)

Ein praktischer Tipp für Wanderer: Beim Absteigen im Gebirge besser die Seilbahn nutzen, da beim Bergabgehen ein Mehrfaches des Körpergewichts auf den Kniegelenken lastet.

Individuelle Sportpläne mit Fachärzten abstimmen

Da Schmerzempfinden, Fitnesslevel und Krankheitsverlauf bei jedem Patienten unterschiedlich sind, empfiehlt Prof. Ostermeier, Sportpläne immer mit dem behandelnden Facharzt oder der Fachärztin zu besprechen. „Ein individuell angepasstes Bewegungsprogramm kann den Verlauf der Arthrose positiv beeinflussen“, so der Orthopäde.

Die richtige Bewegung bei Kniearthrose stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern kann auch die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern. Statt Schonung ist also gezielte Aktivität der Schlüssel zum Umgang mit Gelenkverschleiß.

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