Studie warnt: Ultra-verarbeitete Lebensmittel fördern Fetteinlagerung in Muskeln
UPF-Konsum steigert Fett in Muskeln laut Studie

Neue Studie: Ultra-verarbeitete Lebensmittel lassen Muskeln verfetten

Selbst wer streng auf seine Kalorienzufuhr achtet, kann seinen Muskeln mit den falschen Nahrungsmitteln erheblichen Schaden zufügen. Das belegt eine aktuelle Untersuchung, die auf Daten der Osteoarthritis Initiative basiert. Demnach können Muskeln regelrecht verfetten, ohne dass sich dies auf der Waage bemerkbar macht.

MRT-Analyse zeigt klare Zusammenhänge

Für die Studie wurden die Oberschenkel von 615 Teilnehmern mit erhöhtem Arthrose-Risiko mittels Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht. Das Forschungsteam um Dr. Zehra Akkaya von der Universität Ankara ermittelte dabei präzise den Fettgehalt in der Muskulatur. Parallel dazu beantworteten die Probanden detaillierte Fragen zu ihren Ernährungsgewohnheiten, mit besonderem Fokus auf den Konsum von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln, kurz UPFs.

Bei UPFs handelt es sich um industriell hergestellte Produkte, die aus zahlreichen Bestandteilen und Zusatzstoffen zusammengesetzt sind. Sie sind primär auf Geschmacksverstärkung, lange Haltbarkeit und maximale Bequemlichkeit optimiert. Typische Beispiele sind Fertiggerichte, Chips, Süßigkeiten, Softdrinks und sogar manche Proteinpulver.

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Mehr UPFs führen zu höherem Muskelfettanteil

Die in der Fachzeitschrift Radiology veröffentlichten Ergebnisse sind eindeutig: Je höher der Anteil von UPFs in der täglichen Ernährung ausfällt, desto mehr Fett lagert sich in den Muskeln ab. Bemerkenswert ist, dass dieser Effekt selbst bei identischer Kalorienaufnahme auftritt. Teilnehmer mit einem höheren UPF-Konsum wiesen signifikant fetthaltigere Muskeln auf.

Die Wissenschaftler nennen keinen exakten Grenzwert für einen als schädlich einzustufenden UPF-Konsum. Im Durchschnitt lag der Anteil dieser Produkte an der Gesamternährung der Studienteilnehmer bei 41,4 Prozent. Bereits in diesem Bereich zeigte sich eine deutlich schlechtere Muskelqualität.

Zum Vergleich: In Deutschland machen hochverarbeitete Lebensmittel durchschnittlich 39 Prozent der Ernährung aus, während in den USA der Wert bei über 50 Prozent liegt.

Bauchfett verstärkt den negativen Effekt

Die Forscher machten eine weitere besorgniserregende Entdeckung: Personen mit einem hohen Bauchfettanteil und gleichzeitig reichlichem UPF-Konsum neigen zu einer besonders schnellen Verfettung der Muskulatur. Verfettete Muskeln können ihre wichtige Stützfunktion für den Körper nicht mehr optimal erfüllen, was die körperliche Stabilität beeinträchtigt.

Studienleiterin Dr. Zehra Akkaya warnt vor einem dadurch erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Kniearthrose. Frühere Forschungsarbeiten haben zudem gezeigt, dass UPFs das Risiko für die häufigste Vorstufe von Darmkrebs steigern können. Bestandteile wie Aromastoffe, Farbstoffe und künstliche Süßungsmittel in ultra-verarbeiteten Lebensmitteln stehen außerdem im Verdacht, das allgemeine Sterberisiko zu erhöhen.

Einschränkungen der Studie

Die Untersuchung zeigt zwar klare statistische Zusammenhänge auf, kann jedoch keine kausalen Beziehungen beweisen. Die Ernährungsangaben basieren auf Selbstauskünften der Teilnehmer, was Ungenauigkeiten mit sich bringen kann. Zudem bestand die Studiengruppe überwiegend aus älteren Menschen mit einem bereits erhöhten Arthrose-Risiko, sodass die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf die Gesamtbevölkerung übertragen werden können.

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