Wer Wildbienen im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse unterstützen möchte, kann bereits mit der richtigen Pflanzenwahl und Gartengestaltung viel bewirken. Bienen benötigen Nektar und Pollen – deshalb sollten bevorzugt Pflanzen ausgewählt werden, die beides bieten, und zwar vom Frühjahr bis in den späten Herbst. Eine große Auswahl geeigneter Pflanzen findet sich auf den Internetseiten von Bieneninstituten und Naturschutzverbänden. Durch die geschickte Kombination von Zwiebelpflanzen, einjährigen Arten, Stauden und Sträuchern lässt sich jeder Garten in ein echtes Bienenparadies verwandeln. Entscheidend ist dabei auch die richtige Pflege.
Blühende Kräuter und Gemüse als Nahrungsquelle
Zusätzliche Nahrungsquellen entstehen ganz einfach, wenn Gemüse oder Kräuter im Garten zur Blüte kommen dürfen. Pflanzen wie Pfefferminze, Salbei, Thymian oder Basilikum werden von vielen Insekten gerne besucht. Auch blühende Zwiebelgewächse wie Lauch oder Schnittlauch, die nicht abgeerntet werden, liefern wertvollen Pollen – unter anderem für spezialisierte Wildbienenarten wie die Lauch-Maskenbiene.
Kräuterrasen statt Zierrasen
Wer Rasenflächen neu anlegt oder umgestaltet, sollte über einen Kräuterrasen nachdenken. Für verschiedene Standorte gibt es bewährte Saatmischungen. Selbst ein klassischer Rasen lässt sich mit etwas Geduld umwandeln: Weniger häufiges Mähen und reduziertes Gießen fördern das Wachstum von Kräutern und Blühpflanzen – und machen die Fläche deutlich attraktiver für Insekten.
Nistmöglichkeiten für Wildbienen
Neben Nahrung brauchen Wildbienen auch geeignete Nistplätze. Nisthilfen lassen sich leicht selbst herstellen: Ideal sind Hartholzblöcke, in deren Längsholz Löcher unterschiedlicher Tiefe und mit Durchmessern von zwei bis neun Millimetern gebohrt werden. Auch Bündel aus Pflanzenhalmen mit variierendem Durchmesser können – waagerecht und wettergeschützt angebracht – als Nistplätze dienen. Wichtig zu wissen: Rund zwei Drittel der Wildbienenarten nisten im Boden. Sie benötigen offene, unversiegelte Flächen, etwa wenig genutzte Gartenwege, kleine freie Stellen oder bewusst angelegte Erdhaufen.
Vielfältige Lebensräume im Garten
Insekten finden in naturnahen Gärten nahezu überall Lebensraum – von Mauerritzen bis hin zum Bereich unter Blumentöpfen. Mit einfachen Maßnahmen lässt sich dieses Angebot deutlich verbessern:
- Totholz: Alte Bäume, gestapeltes Brennholz oder lockere Holzhaufen bieten zahlreichen Insekten Unterschlupf.
- Teiche: Sie schaffen einen eigenen Lebensraum für Arten wie Libellen oder Steinfliegen, die hier trinken und rasten.
- Komposthaufen: Sie fördern Mikroorganismen, die Gartenabfälle zersetzen und wertvolle Humuserde bilden.
- Wilde Ecken: Bereiche, die sich selbst überlassen bleiben, bieten Lebensraum für Pflanzen wie Brennnesseln sowie Rückzugsorte für Reptilien und Amphibien.
- Ohrwurm-Häuschen: Mit Stroh, Heu oder Holzwolle gefüllt, bieten sie Ohrwürmern Schutz. Die nachtaktiven Nützlinge ernähren sich unter anderem von Blattläusen und sind damit wertvolle Helfer im Garten.
Mit nur wenigen Maßnahmen kann jeder die Artenvielfalt im Garten, auf der Terrasse oder Balkon fördern.



