Drei Jahrzehnte gemeinsamer Einsatz für Bio-Lebensmittel in Zahna-Wittenberg
Im April 1996 schlossen sich fünf Familien aus der Region Zahna–Wittenberg zusammen, um gemeinsam beim Bio-Großhandel einzukaufen. Zu diesen Pionieren gehörten auch Kerstin und Michael Schicketanz aus Zahna. Was als kleine Initiative begann, hat sich über drei Jahrzehnte zu einer festen Institution entwickelt, die Erfahrung, Engagement und innovative Ideen zu einer umweltbewussten Mission vereint.
Die Anfänge einer nachhaltigen Bewegung
Die Gründung der Einkaufsgemeinschaft markierte einen wichtigen Schritt für den Bio-Lebensmittelhandel in der Region. Die fünf Familien teilten nicht nur die Kosten für Großbestellungen, sondern auch eine gemeinsame Vision: den Zugang zu hochwertigen, ökologisch produzierten Lebensmitteln zu fördern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Kerstin Schicketanz, eine der Gründerinnen, erinnert sich an die anfänglichen Herausforderungen, betont aber vor allem die Freude und den Zusammenhalt, die das Projekt von Beginn an prägten.
Engagement und Leidenschaft im Fokus
Kerstin Schicketanz widmet sich mit viel Hingabe der Verteilung der Bioprodukte. Ihr Engagement geht über die reine Logistik hinaus – sie sieht darin eine persönliche Mission, die Gemeinschaft zu stärken und nachhaltige Lebensweisen zu unterstützen. „Es geht nicht nur um das Einkaufen, sondern um das Teilen von Werten und die Schaffung eines Bewusstseins für umweltfreundliche Alternativen“, erklärt sie. Diese Leidenschaft hat maßgeblich zum langfristigen Erfolg der Gemeinschaft beigetragen.
Von der Idee zur etablierten Praxis
Über die Jahre hat sich die Einkaufsgemeinschaft kontinuierlich weiterentwickelt. Neue Mitglieder sind hinzugekommen, und die Strukturen wurden professionalisiert, ohne den ursprünglichen Geist der Zusammenarbeit zu verlieren. Die Gemeinschaft dient heute als Vorbild für ähnliche Initiativen in anderen Regionen und zeigt, wie lokales Engagement globale Nachhaltigkeitsziele unterstützen kann. Die Kombination aus traditionellem Wissen und modernen Ansätzen hat die Gruppe widerstandsfähig und zukunftsfähig gemacht.
Ein Blick in die Zukunft
Nach 30 Jahren blicken die Mitglieder optimistisch in die Zukunft. Sie planen, ihre Aktivitäten auszuweiten, etwa durch Bildungsangebote zur ökologischen Landwirtschaft oder Kooperationen mit lokalen Erzeugern. Die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten für die Organisation und Vernetzung, während das Kernziel – der Zugang zu Bio-Lebensmitteln für alle – unverändert bleibt. Die Geschichte der Zahna-Wittenberger Einkaufsgemeinschaft ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie gemeinschaftliches Handeln langfristige positive Veränderungen bewirken kann.



