Nicole Kidman plant ungewöhnliche Karrierewende als Sterbebegleiterin
Die weltberühmte Schauspielerin Nicole Kidman hat einen bemerkenswerten Entschluss gefasst, der weit entfernt von den Glamourwelten Hollywoods liegt. Mit 58 Jahren möchte sich die Oscar-Preisträgerin zur Sterbebegleiterin ausbilden lassen, wie sie jetzt öffentlich bekannt gab.
Persönliche Motivation durch tragischen Verlust
Der Tod ihrer eigenen Mutter wurde zum entscheidenden Auslöser für diese ungewöhnliche Entscheidung. Bei einem Auftritt im Rahmen einer Gesprächsreihe der Universität San Francisco schilderte Kidman bewegend: »Als meine Mutter starb, war sie einsam und die Familie konnte ihr nur begrenzt beistehen.« Diese schmerzhafte Erfahrung habe sie nachhaltig geprägt und zu der Überzeugung geführt, dass niemand einsam sterben sollte.
Die Schauspielerin beschrieb die Situation mit deutlicher Betroffenheit: »Meine Schwester und ich, wir haben so viele Kinder und unsere Karrieren. Wir wollten uns um sie kümmern, weil mein Vater schon nicht mehr auf der Welt war.« Doch trotz aller guten Absichten sei die notwendige Begleitung im letzten Lebensabschnitt ihrer Mutter nicht in dem Maße möglich gewesen, wie es wünschenswert gewesen wäre.
Der Wunsch nach einer »Death Doula«-Ausbildung
Kidman verwendet bewusst den Begriff »Death Doula«, der sich von der traditionellen Geburtsbegleitung ableitet und ins Deutsche etwa mit »Sterbeamme« übersetzt werden könnte. »Es wird so viel Wert auf die Geburt gelegt, aber nicht so sehr auf den Tod«, erklärte die Schauspielerin ihre Motivation. »Im Rahmen meiner Entwicklung möchte ich diese Rolle gern lernen.«
Ihre Vision ist klar umrissen: »Ich wünschte, es gäbe Menschen auf der Welt, die unbefangen dasitzen und Trost und Fürsorge bieten.« Genau diese Lücke möchte sie schließen lernen. »Ich möchte da sein. Ich möchte für sie sorgen«, betonte Kidman mit spürbarer Überzeugung.
Gesellschaftliches Tabuthema Sterben
Interessant ist Kidmans eigene Einschätzung ihrer Pläne: Sie selbst bezeichnete ihr Vorhaben als »etwas seltsam« und zeigte sich damit bewusst, dass sie ein gesellschaftliches Tabuthema anspricht. Tatsächlich wird über Sterben und Tod in der Öffentlichkeit nach wie vor selten offen gesprochen.
Die Schauspielerin macht jedoch deutlich, dass Sterbebegleitung eigentlich ein wichtiger Teil menschlichen Zusammenlebens sein sollte. Stattdessen seien besonders Menschen in ihrer letzten Lebensphase heute oft isoliert und allein. Kidmans Initiative könnte daher nicht nur persönlich motiviert sein, sondern auch einen gesellschaftlichen Diskurs anstoßen.
Offene Fragen zur konkreten Umsetzung
Wie konkret Kidmans Pläne bereits sind und ob sie ihre Karriere als Schauspielerin tatsächlich zugunsten der Sterbebegleitung zurückstellen wird, bleibt bisher unklar. Die Universität San Francisco und der »San Francisco Chronicle« berichteten über ihren Auftritt, doch detaillierte Informationen zur geplanten Ausbildung liegen noch nicht vor.
Was jedoch feststeht, ist die authentische Motivation hinter diesem ungewöhnlichen Schritt. Nicole Kidman transformiert persönlichen Schmerz in eine Vision von Mitmenschlichkeit – eine Haltung, die in einer Gesellschaft, die den Tod oft verdrängt, besondere Aufmerksamkeit verdient.



