Generationswechsel in Malchin: Kieferorthopäde findet Nachfolger für Lebenswerk
Kieferorthopäde in Malchin übergibt Praxis an Nachfolger

Ein bedeutender Wechsel in der Zahngesundheit von Malchin

In der malerischen Region Mecklenburgische Schweiz vollzieht sich ein bemerkenswerter Generationswechsel im Bereich der medizinischen Versorgung. Die etablierte Kieferorthopädie-Praxis von Dr. Lutz Knüpfer im Haus der Zahngesundheit in Malchin geht nach vielen erfolgreichen Jahren in neue Hände über. Der erfahrene Mediziner übergibt seine Lebensarbeit offiziell an den jungen Kieferorthopäden Dr. Issam Bayerly, der aus Syrien stammt und seit einem Jahrzehnt in Deutschland lebt.

Ein sorgfältig geplanter Übergang

Dr. Lutz Knüpfer, der mit 66 Jahren nun in den wohlverdienten Ruhestand tritt, hat seinen Ausstieg aus dem Berufsleben lange und bedacht vorbereitet. „Ich hatte bisher nur für meinen Beruf gelebt“, gesteht der Mediziner, der nun seinen Blick weiten und neue Lebensperspektiven erkunden möchte. Zur Vorbereitung der Nachfolge schaltete er Annoncen und warb sogar mit einem Film in sozialen Netzwerken für seine Praxis. Doch letztlich führte der Zufall die beiden Kieferorthopäden zusammen.

Bei einem Treffen mit Berufskollegen in Neubrandenburg sprach Knüpfer den jungen Bayerly direkt an und erkundigte sich nach dessen Zukunftsplänen. „Ich hatte großen Respekt vor der Bürokratie“, gibt Issam Bayerly zu, „doch dann habe ich mich doch entschieden.“ Die Entscheidung fiel ihm nicht schwer, denn die Praxis beeindruckte ihn sofort durch ihre angenehme Atmosphäre und das gut ausgebildete Team.

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Von der Studienlenkung zum Lebenswerk

Die Geschichte von Dr. Lutz Knüpfer in Malchin begann bereits im Jahr 1984, als er nach seinem Studium in Berlin durch die damalige „Studienlenkung“ in die Kleinstadt kam. Ursprünglich aus Torgelow stammend, plante er zunächst, die Stadt nach einem Jahr wieder zu verlassen. Doch schnell fand er Freundschaften und entdeckte das rege kulturelle Leben vor Ort.

In der Wendezeit engagierte sich Knüpfer politisch im „Neuen Forum“, bevor er 1991 eine innovative Praxis-Gemeinschaft gründete. Dieser freiwillige Zusammenschluss von vier Praxen ermöglichte die gemeinsame Nutzung von Röntgengeräten, EDV-Anlagen, Netzwerken, Personal und Räumlichkeiten. Zunächst befanden sich die Praxen in der umgebauten alten zahnärztlichen Poliklinik, bevor 2007 das moderne „Haus der Zahngesundheit“ errichtet wurde.

„Mit Zahntechnik arbeiten heute 60 Menschen hier“, berichtet Knüpfer stolz. Mit dem neuen Gebäude erweiterte er seine Kompetenzen, bildete sich zum Kieferchirurgen weiter, absolvierte einen Masterstudiengang und studierte zusätzlich Betriebswirtschaftslehre. Über zwei Jahrzehnte engagierte er sich zudem in der Kassenzahnärztlichen Vereinigung.

Ein neues Kapitel beginnt

Bereits am 31. Juli 2025 unterzeichneten beide Ärzte den Übergabevertrag. Seither hospitierte Issam Bayerly in der Praxis, lernte Patienten und Mitarbeiter kennen und fühlt sich inzwischen wie Teil einer großen Familie. Der 39-jährige Kieferorthopäde stammt aus einer syrischen Akademikerfamilie – sein Vater ist Universitätsprofessor für Seismologie und Geologie, seine Schwester praktiziert als Augenärztin und sein Bruder arbeitet als Arzt in New York.

Bayerly schloss 2009 seinen Master in Zahnmedizin in Syrien ab und beendete 2015 seine Facharztausbildung zum Kieferorthopäden. Ein Jahr später floh er vor dem Krieg in seiner Heimat nach Deutschland, wo er bis Ende März in einer Kieferorthopädie-Praxis in Neubrandenburg tätig war. Aktuell pendelt er von Neubrandenburg nach Malchin, wo er gemeinsam mit seiner Schwester lebt, kann sich aber durchaus vorstellen, später in die Kleinstadt zu ziehen.

Abschied und neue Anfänge

Für Lutz Knüpfer bedeutet der Ruhestand nicht nur das Ende einer beruflichen Ära, sondern auch den Beginn neuer Leidenschaften. „Dann habe ich eine große Familie, bin Vater von vier Kindern und habe fünf Enkelkinder“, verrät er. Neben der intensiveren Pflege seiner Freundschaften will er sich nun seiner bereits seit drei Jahren betriebenen Imkerei widmen.

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Der Generationswechsel in Malchin steht beispielhaft für die kontinuierliche Entwicklung der medizinischen Versorgung in ländlichen Regionen. Während der erfahrene Praxisinhaber sein Lebenswerk in guten Händen weiß, bringt der neue Kieferorthopäde frische Energie und internationale Erfahrung in die Gemeinschaft. Eine Übergabe, die sowohl Kontinuität als auch neuen Schwung für die Zahngesundheit in der Mecklenburgischen Schweiz verspricht.