Susanne Westphal: 35 Jahre Pro Familia in Halle – Abschied mit Engagement
35 Jahre Pro Familia: Susanne Westphal geht in Ruhestand

Halle (Saale) – Nach 35 Jahren an der Spitze der Pro-Familia-Beratungsstelle in Halle hat Susanne Westphal am 30. April ihren letzten Arbeitstag. Die Psychologin und ihr Team haben in dieser Zeit Tausenden Hallensern bei Themen wie Schwangerschaftsabbruch, Trennung, Erziehungsproblemen oder Mobbing zur Seite gestanden. Nun geht die langjährige Leiterin in den Ruhestand – doch ganz will sie sich nicht zurückziehen.

Ein Leben für die Beratung

Susanne Westphal blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Seit 1990 prägte sie die Arbeit von Pro Familia in Halle. „Es waren bewegte Jahre mit vielen gesellschaftlichen Veränderungen“, sagt sie. Die Beratungsstelle habe sich stets an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Besonders wichtig war ihr die Aufklärung über sexuelle Selbstbestimmung und Frauenrechte.

Herausforderungen und Erfolge

In den vergangenen Jahrzehnten habe sich die Arbeit stark gewandelt, so Westphal. Früher standen oft ungewollte Schwangerschaften im Fokus, heute seien es vermehrt Fragen zur Familienplanung, Partnerschaftskonflikte oder psychische Belastungen. „Wir haben immer versucht, ein offenes Ohr für alle zu haben“, betont sie. Die hohe Nachfrage zeige, wie wichtig unabhängige Beratungsstellen seien.

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Westphal hat auch politisch Stellung bezogen. Sie forderte eine bessere Finanzierung der Sexualaufklärung und mehr Schutz für Frauen in Notlagen. „Der Kampf für Selbstbestimmung ist nie vorbei“, sagt sie. Ihr Engagement werde sie auch im Ruhestand fortsetzen – etwa durch Vorträge oder ehrenamtliche Arbeit.

Ein Abschied mit Wehmut

Die Büroräume sind bereits geräumt, die letzten Statistiken erstellt. „Es fällt mir schwer, loszulassen“, gesteht Westphal. Aber sie freue sich auf neue Freiheiten. Ihre Nachfolge ist bereits geregelt. Das Team werde die Arbeit im Sinne der Klienten fortsetzen. „Pro Familia bleibt eine verlässliche Anlaufstelle“, versichert sie.

Die Stadt Halle verliert eine engagierte Kämpferin für Frauenrechte. Doch Susanne Westphal bleibt der Sache treu – nur eben von außen.

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