WWF fordert komplette Kostenübernahme durch Vermieter bei fossilen Heizungen
Die Umweltschutzorganisation WWF Deutschland hat ein deutliches Forderungspapier vorgelegt, in dem sie Vermieter und Gebäudeeigentümer in die Pflicht nimmt. Konkret verlangt der WWF, dass Vermieter künftig alle Extrakosten, die durch den Einsatz fossiler Heizbrennstoffe entstehen, vollständig übernehmen müssen. Dieses Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor und stellt eine klare Positionierung in der aktuellen Debatte um die Heizungsgesetz-Reform dar.
Mieter vor enormen Kosten schützen
Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland, warnt eindringlich vor den finanziellen Folgen für Mietende. „Während Eigentümer, die ihr Gebäude selbst nutzen, sich durch die Wahl einer klimafreundlichen und im Verbrauch günstigen Heizung vor steigenden Kosten schützen können, drohen Mietenden enorme Belastungen“, erklärt Raddatz. Sie betont weiter: „Fehlentscheidungen für fossile Heizungen müssen auch von denen verantwortet werden, die sie treffen.“ Diese Aussage unterstreicht die Forderung nach einer gerechten Verteilung der Kostenlast.
Hintergrund: Reform des Heizungsgesetzes
Der Hintergrund dieser Forderungen ist die von der schwarz-roten Koalition betriebene Reform des Heizungsgesetzes. Diese Reform soll wieder mehr Möglichkeiten zum Einsatz fossiler Brennstoffe schaffen, lässt jedoch bislang unklar, wie Mieter vor Belastungen geschützt werden sollen. Insbesondere der steigende CO2-Preis stellt eine zusätzliche finanzielle Hürde dar, die bisher nicht ausreichend adressiert wurde.
Konkrete Forderungen des WWF
Der WWF stellt klare und umfassende Forderungen auf, die sowohl neue Heizungen als auch Bestandsanlagen betreffen:
- Die Kosten durch den nationalen oder europäischen CO2-Preis sollen vollständig von Vermietern und Gebäudeeigentümern getragen werden.
- Dies gilt auch für Zusatzkosten, die aus Beimischungs- und Beschaffungspflichten für Biobrennstoffe entstehen, wie sie in den Reformplänen von Union und SPD vorgesehen sind.
- Ebenso sollten Vermieter die Kosten für zu erwartende steigende Netzentgelte in der Gasversorgung übernehmen.
Reformpläne der Koalition
Nach den aktuellen Reformplänen von Union und SPD sollen Immobilienbesitzer weiterhin Öl- und Gasheizungen in ihre Wohnhäuser einbauen dürfen. Die pauschale Pflicht, dass jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden muss, entfällt. Allerdings müssen neue Gas- und Ölheizungen ab Januar 2029 mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden. Diese Änderungen werfen Fragen nach der finanziellen Fairness auf.
Blaupause von Mieterbund und Verbraucherzentrale
Als mögliche Blaupause für seine Forderungen nennt der WWF die Vorschläge von Mieterbund und Verbraucherzentrale Bundesverband. Diese Verbände hatten einen relativen Heizkostendeckel vorgeschlagen, bei dem die Maximalhöhe dem Preis der wirtschaftlichsten Heizungsoption entspricht – konkret den Energiekosten für eine effiziente Wärmepumpe. Alle darüber hinausgehenden Mehrkosten müssten demnach von Vermietern getragen werden. Dieser Ansatz könnte als Grundlage für eine gerechte Lösung dienen.
Insgesamt positioniert sich der WWF damit als klare Stimme für den Schutz von Mietern in der energiepolitischen Debatte und fordert eine deutliche Verschiebung der Kostenverantwortung hin zu den Entscheidungsträgern im Gebäudesektor.



