Lyriden-Sternschnuppen erhellen den Nachthimmel im April
Sternschnuppenfans können sich derzeit auf ein faszinierendes Himmelsschauspiel freuen. Die sogenannten Lyriden, ein Meteorstrom mittlerer Aktivität, sind aktuell am Nachthimmel zu beobachten. Laut Uwe Pilz, dem Vorsitzenden der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Bensheim, bieten sich die besten Beobachtungsbedingungen in den frühen Morgenstunden zwischen 01.00 Uhr und dem Einsetzen der Dämmerung.
Maximum der Lyriden am 22. April erwartet
Das Maximum der Lyriden wird rechnerisch für den Abend des 22. April prognostiziert. Zu diesem Zeitpunkt ist der Radiant, der Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen, jedoch noch nicht aufgegangen. Ab etwa Mitternacht steht er in ausreichender Höhe, um die Meteore gut sehen zu können. „Am besten zu beobachten sind sie, wenn der Radiant hoch am Himmel steht“, erklärt Pilz. Der höchste Punkt wird kurz vor der Morgendämmerung erreicht, was ideale Voraussetzungen für Beobachter schafft.
Ein weiterer Vorteil in dieser Zeit ist die Abwesenheit des Mondes am Morgenhimmel. „Diese günstige Lage und die Abwesenheit des Mondes am Morgenhimmel lassen für diese Nacht ein schönes Himmelsschauspiel erwarten“, ergänzt der Experte. Bei klarem Wetter können Sternschnuppenliebhaber mit etwa 15 bis 20 Meteoren pro Stunde rechnen.
Herkunft und Eigenschaften der Lyriden
Die Lyriden sind abgesplitterte Bruchstücke des Kometen C/1861 G1, auch bekannt als Thatcher. Jedes Jahr im April zieht die Erde auf ihrer Umlaufbahn durch diese Trümmerwolke, was zu dem spektakulären Phänomen führt. Die Meteore dringen mit einer Geschwindigkeit von rund 50 Kilometern pro Sekunde, das entspricht etwa 180.000 Kilometern pro Stunde, in die Erdatmosphäre ein und verglühen dabei.
Der Radiant der Lyriden liegt zwischen dem Herkules-Viereck und dem Sternbild Leier. Auch in den Nächten vor und nach dem Maximum können Sternschnuppen beobachtet werden, sodass sich ein längerer Zeitraum für Himmelsbeobachtungen anbietet. Für optimale Sichtverhältnisse empfiehlt es sich, einen dunklen Ort mit freier Sicht auf den Himmel aufzusuchen und Geduld mitzubringen.



