Gestrandeter Buckelwal vor Poel: Wasser in der Lunge - Rettungsversuche gescheitert
Buckelwal vor Poel: Wasser in Lunge - Rettung gescheitert

Gestrandeter Buckelwal vor Poel: Zustand verschlechtert sich dramatisch

Dem vor der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Buckelwal geht es nach aktuellen Informationen des Umweltministeriums Mecklenburg-Vorpommern zusehends schlechter. Umweltminister Till Backhaus (SPD) teilte mit, dass wissenschaftliche Berater inzwischen davon ausgehen, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt. Dies sei ein deutlicher Hinweis darauf, dass seine Organe schwer geschädigt seien. „Dies mitansehen zu müssen, fällt allen Beteiligten schwer“, erklärte der Minister betroffen.

Gesundheitszustand des Meeressäugers

Bereits vor einigen Tagen war laut Backhaus festgestellt worden, dass sich die Atmung des Tieres verändert hatte. Der kranke und geschwächte Buckelwal liegt bereits seit dem 31. März in der Wismarbucht. Die letzten aktiven Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des kritischen Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen.

Gescheiterte Rettungsversuche

Am vergangenen Wochenende hatte es einen erneuten Rettungsversuch gegeben, der jedoch erfolglos blieb. Dabei wurde versucht, den Wal zu ermutigen, sich selbst zu befreien, indem die eigenen Walgesänge des Tiers unter Wasser abgespielt wurden. Hintergrund dieser ungewöhnlichen Methode war, dass der Wal in den Nächten zuvor starke Walgesänge von sich gegeben hatte, was als Kommunikationsversuch interpretiert wurde.

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Gerichtliche Auseinandersetzungen um Rettungsmaßnahmen

Private Initiativen zu möglichen Rettungsmaßnahmen für den Wal scheiterten bislang vor dem Schweriner Verwaltungsgericht. Drei Eilverfahren waren nach Angaben des Gerichts am Montagnachmittag noch offen. Der Antrag einer Organisation, der darauf abzielte, unverzüglich alle geeigneten und erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, um den Wal zu retten, wurde mit Beschluss vom vergangenen Freitag (10. April) abgelehnt.

Rechtliche Grundlagen

Eine Gerichtssprecherin erläuterte, dass für die Organisation die Erhebung einer tierschutzrechtlichen Verbandsklage mangels gesetzlicher Grundlage nicht in Betracht komme. Bis zum vergangenen Freitag gab es zudem sieben weitere den Wal betreffende Verfahren von Privatpersonen, die allesamt abgelehnt wurden. Die jeweiligen Ablehnungen wurden mit der Unzulässigkeit der Anträge mangels Antragsbefugnis begründet.

Ministerium klärt Rechtslage

Umweltminister Backhaus beklagte in diesem Zusammenhang „wüste Verschwörungstheorien“ im Internet. „In der ohnehin schon aufgeheizten Lage ist solche Stimmungsmache wenig hilfreich“, erklärte er. Das Ministerium habe daher eine Liste von juristischen Falschbehauptungen erarbeitet und die Aussagen richtiggestellt.

Keine Handlungspflicht des Landes

Backhaus stellte klar, dass das Land nicht verpflichtet sei, alles zu tun, um den Wal zu retten. Eine solche Pflicht bestehe nicht. Das Grundgesetz verpflichte den Staat zwar zum Schutz der Tiere, dies sei aber eine Staatszielbestimmung und begründe keine konkrete Handlungspflicht im Einzelfall. „Auch aus Tierschutz- und Artenschutzrecht gibt es keine Handlungspflicht bei Wildtieren in der Wildnis“, so der Minister.

Ebenso sei es nicht richtig, dass es ein Verstoß gegen den Tierschutz sei, wenn nichts unternommen werde. Backhaus erläuterte: „Es ist verboten, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Das bedeutet: Ein Eingreifen ist nur zulässig, wenn es dem Tier tatsächlich hilft.“ Maßnahmen ohne Erfolgsaussicht, die zusätzliches Leid verursachten, seien rechtswidrig.

Bundespräsident zeigt Interesse

Auch das deutsche Staatsoberhaupt will sich über den gestrandeten Buckelwal informieren. Im Rahmen eines ohnehin geplanten Besuchs des Ozeaneums in Stralsund plant Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag einen Austausch mit Experten über den Wal, wie das Bundespräsidialamt mitteilte.

Ortszeit Deutschland in Stralsund

Steinmeier führt seine Amtsgeschäfte diese Woche drei Tage lang von Stralsund aus als 18. Station der Reihe Ortszeit Deutschland, mit der der Bundespräsident Eindrücke abseits der Metropolen sammeln will. Dazu sind in und um Stralsund Gespräche und Besuche verschiedener Einrichtungen geplant.

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Zum Abschluss soll Steinmeier am letzten Tag nach einem Rundgang durch das Ozeaneum dort engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Mecklenburg-Vorpommern den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verleihen. Das Ozeaneum ist eines der Museumsstandorte der Stiftung Deutsches Meeresmuseum, deren Experten eng in die Bewertung der Lage des gestrandeten Wals eingebunden sind.