Dubai/Muscat – Trotz einer anhaltenden Seeblockade und verminten Gewässern hat die russische Luxusjacht „Nord“ die strategisch wichtige Straße von Hormus passiert. Das 142 Meter lange Schiff erreichte am Wochenende unbehelligt den Hafen von Muscat im Oman. Weder die US-Marine noch die iranischen Revolutionsgarden griffen ein, obwohl der mutmaßliche Eigentümer, der russische Oligarch Alexei Mordaschow, auf internationalen Sanktionslisten steht.
Heikle Passage nahe der iranischen Küste
Laut dem Schiffsverfolgungsdienst MarineTraffic fuhr die „Nord“ dicht an der Insel Larak Island vorbei, die direkt vor der iranischen Küste liegt. Dieses Gebiet gilt als strategisch sensibel, da die iranischen Revolutionsgarden dort den Schiffsverkehr überwachen. Zudem soll die Passage nach iranischen Angaben vermint sein. Der Kapitän der Jacht nahm dieses Risiko offenbar in Kauf, obwohl das Schiff einen geschätzten Wert von mindestens 500 Millionen US-Dollar hat.
Luxusausstattung der Mega-Jacht
Die „Nord“ wurde 2020 von der deutschen Werft Lürssen gebaut und zählt zu den teuersten Privatjachten der Welt. An Bord befinden sich zwei Hubschrauberlandeplätze, ein Pool, ein Spa-Bereich, ein Kino und ein Fitnessstudio. Im Vergleich zu einem Fischerboot wirkt die „Nord“ wie ein schwimmender Luxuskoloss.
Hintergrund: Alexei Mordaschow
Alexei Mordaschow ist ein russischer Stahlmilliardär, dessen Vermögen auf rund 37 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Er machte sein Geld als langjähriger Chef des Stahl- und Bergbaukonzerns Severstal. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht er auf den westlichen Sanktionslisten. Die „Nord“ ist eine von mehreren Luxusjachten, die mit sanktionierten russischen Oligarchen in Verbindung gebracht werden.
Erste private Superyacht unter den Restriktionen
Schiffsdatenanalyst Arsenio Longo erklärte, dass die „Nord“ die erste öffentlich dokumentierte private Superyacht sei, die unter den aktuellen Restriktionen die Straße von Hormus durchquert habe. Andere Passagen beträfen nur Handelsschiffe oder Fähren. Die USA hatten ihre Militärpräsenz in der Region verstärkt und eine Seeblockade verhängt, um Irans Einnahmen zu kappen und den Druck in den Kriegsverhandlungen zu erhöhen.
Auswirkungen und offene Fragen
Ob die Durchfahrt der Mega-Jacht Folgen haben wird, bleibt unklar. Die USA weiten ihre Militärpräsenz weiter aus, wie US-Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte. Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Seewege der Welt: Etwa ein Fünftel des globalen Öl- und Gasexports wird durch diese Meerenge transportiert.



