Im vergangenen Jahr sind in Deutschland so wenige Babys zur Welt gekommen wie seit dem Jahr 1946 nicht mehr. Die Zahl der Geburten sank zum vierten Mal in Folge, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Vorläufigen Ergebnissen zufolge wurden 2025 rund 654.300 Kinder geboren, was einem Rückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Größtes Geburtendefizit der Nachkriegszeit
Die Zahl der Sterbefälle belief sich 2025 auf rund 1,01 Millionen und übertraf die Geburten damit um 352.000. Dies sei das größte Geburtendefizit der Nachkriegszeit, so das Bundesamt. Als Ursache verwies die Behörde darauf, dass die zahlenmäßig kleinen Geburtsjahrgänge der 1990er Jahre nun in das Alter von Anfang 30 kommen, in dem häufig die Entscheidung für Kinder fällt.
Regionale Unterschiede: Osten stärker betroffen
Die Entwicklung verlief in Deutschland uneinheitlich. In den östlichen Bundesländern war der Rückgang mit minus 4,5 Prozent stärker als im Westen mit minus 3,2 Prozent. Einzige Ausnahme war Hamburg, wo die Geburtenzahl laut Bundesamt um 0,5 Prozent leicht anstieg. Den stärksten Rückgang verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit minus 8,4 Prozent.
Europäischer Vergleich: Gemischtes Bild
Auch in anderen europäischen Ländern gab es 2025 weniger Neugeborene, darunter in Frankreich, Österreich, Italien und Schweden. In Spanien, den Niederlanden und Finnland zeichne sich dagegen eine Stabilisierung ab, wie das Bundesamt mitteilt.
Ausblick: Niveau von 2021 bleibt unerreicht
Das Bundesamt erklärte, dass die Geburtenzahl in Deutschland künftig selbst unter günstigen Annahmen voraussichtlich unter dem vergleichsweise hohen Niveau des Jahres 2021 von rund 795.000 geborenen Kindern bleiben werde. Dies zeigten Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnung. Endgültige und ausführliche Ergebnisse zum Thema Geburten sollen im Juli 2026 vorliegen.
Die Struktur der Geburten blieb 2025 stabil: Von allen geborenen Babys waren 46,6 Prozent die ersten Kinder, 34,8 Prozent die zweiten Kinder und 18,6 Prozent die dritten oder weiteren Kinder im Leben der Mutter.



