Verkehrstote in Niedersachsen steigen: Innenministerin Behrens mahnt zu mehr Vorsicht
Mehr Verkehrstote in Niedersachsen: Behrens mahnt zu Vorsicht

Verkehrstote in Niedersachsen nehmen deutlich zu: Innenministerin Behrens warnt vor Risiken

Auf den Straßen Niedersachsens hat sich die Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr spürbar erhöht. Nach Angaben des Innenministeriums kamen 2025 insgesamt 372 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Dies entspricht einem Anstieg von 7 Prozent oder 25 Todesopfern im Vergleich zum Vorjahr. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) zeigte sich besorgt und betonte: „Jeder Mensch, der bei einem Verkehrsunfall stirbt, ist einer zu viel.“

Hauptursachen: Zu schnelles Fahren und berauschte Fahrer

Als eine der wesentlichen Ursachen für die tödlichen Unfälle nannte Behrens überhöhte Geschwindigkeit. „Ähnlich gefährlich, wie sich mit Alkohol, Cannabis oder sonstigen Drogen oder Medikamenten ans Steuer zu setzen, ist zu hohes Tempo“, mahnte die Ministerin. Sie kündigte verstärkte Kontrollen an, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Die Statistik des Innenministeriums zeigt, dass sich viele Verkehrsteilnehmer nicht an die Regeln halten.

Behrens äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Teil-Legalisierung von Cannabis. „Dabei bestätigt sich meine Befürchtung, dass sich die Teil-Legalisierung von Cannabis negativ auf die Verkehrssicherheit auswirken wird“, sagte sie. Im zweiten Halbjahr 2025 wurden 231 Verkehrsunfälle unter Beeinflussung von Cannabis registriert, bei Kontrollen fast 2.000 Verkehrsdelikte festgestellt.

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Besonders betroffene Gruppen: Radfahrer und Senioren

Die Verkehrsunfallstatistik offenbart besorgniserregende Entwicklungen bei bestimmten Risikogruppen:

  • Die Zahl der getöteten Radfahrer stieg um gut ein Viertel auf 63 Personen. Von ihnen waren 33 mit einem Pedelec unterwegs, 41 im Seniorenalter. Etwa zwei Drittel trugen keinen Fahrradhelm.
  • Unter Motorradfahrern gab es 67 Todesopfer, ein Anstieg von 59 im Vorjahr.
  • In der Altersgruppe der Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren wurden 144 Todesopfer gezählt – 18 mehr als 2024. Ihr Anteil an den Verkehrstoten liegt bei 39 Prozent, obwohl sie nur 23 Prozent der Bevölkerung ausmachen.
  • Neun Kinder bis 14 Jahre verloren ihr Leben, drei mehr als im Vorjahr.

Die Innenministerin kündigte angesichts dieser Zahlen mehr Präventionsarbeit an, insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Fahrradsaison.

Gesamtzahlen und regionale Unterschiede

Während die Gesamtzahl der registrierten Unfälle mit rund 209.000 leicht um 0,1 Prozent sank, stieg die Zahl der Leichtverletzten auf etwa 36.000. Die Schwerverletzten gaben leicht auf knapp 5.000 zurück. Auf niedersächsischen Autobahnen starben 37 Menschen – 17 mehr als im Vorjahr. Als besonders gefährlich erwiesen sich neben Autobahnen vor allem die Innenstädte.

Etwa zwei Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle ereigneten sich auf Landstraßen. Positiv zu vermerken ist, dass die Zahl der sogenannten Baumunfälle leicht zurückging, ebenso die dabei tödlich verunglückten Menschen (von 117 auf 92).

Politische Reaktionen und Forderungen

Stephan Christ, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im niedersächsischen Landtag, forderte Geschwindigkeitsbeschränkungen. „Die meisten dieser tödlichen Unfälle sind auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen“, sagte er. Er betonte zudem, aus der Legalisierung von Cannabis lasse sich nicht ohne weiteres ein gestiegenes Risiko ableiten.

Alexander Saade, polizeipolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, hob hervor: „Wir müssen unsere Straßen so gestalten, dass alle sicher unterwegs sind – Kinder, ältere Menschen und alle, die zu Fuß, mit dem Rad oder dem Pedelec unterwegs sind.“ Verkehrssicherheit sei eine Frage der Gerechtigkeit.

Die Innenministerin Behrens schloss mit einem Appell an alle Verkehrsteilnehmer: „Vor allem wünsche ich Ihnen, dass Sie unbeschadet an Ihr Ziel und nach Hause kommen.“ Die verstärkten Kontrollen und Aufklärungskampagnen sollen dazu beitragen, die Sicherheit auf Niedersachsens Straßen zu erhöhen.

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