Lufthansa-Streik legt München lahm: 400 Flüge gestrichen, Frankfurt stark betroffen
Lufthansa-Streik: 400 Flüge in München gestrichen

Lufthansa-Streik sorgt für massive Flugausfälle in München und Frankfurt

Am Münchner Flughafen sind am Freitag rund 400 Flüge aufgrund eines Streiks des Kabinenpersonals der Deutschen Lufthansa AG ausgefallen. Von den insgesamt geplanten 940 Starts und Landungen aller Airlines an diesem Tag musste somit ein erheblicher Teil gestrichen werden. Ein Flughafensprecher betonte jedoch, dass größere Probleme zunächst ausgeblieben seien. "In den Terminals ist es sehr ruhig", erklärte er. Die betroffenen Passagiere seien frühzeitig über die Streichungen informiert worden, sodass viele gar nicht erst zum Flughafen angereist seien.

Dritter großer Streik in diesem Jahr

Seit Mitternacht ruht die Arbeit der rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa. Der Ausstand soll bis 22.00 Uhr andauern. Die Kabinengewerkschaft Ufo hat zu diesem Streik aufgerufen, um in mehrere festgefahrene Tarifkonflikte bei der Lufthansa Kerngesellschaft und ihrer Regionaltochter Lufthansa Cityline Bewegung zu bringen. Es handelt sich bereits um den dritten großen Streik in diesem Jahr bei Deutschlands größter Fluggesellschaft, nachdem zuvor bereits zwei Runden mit Pilotenstreiks stattfanden.

Die Lufthansa hat zwar Gegenmaßnahmen angekündigt, jedoch bereits im Vorfeld hunderte Flüge gestrichen. München ist neben Frankfurt am Main eines der beiden zentralen Drehkreuze des Unternehmens für den weltweiten Flugverkehr. Als wichtigste Fluggesellschaft am Standort München trifft der Streik die bayerische Landeshauptstadt besonders hart.

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Frankfurt ebenfalls stark betroffen

Der Streik zeigt auch am Frankfurter Flughafen eine deutliche Wirkung. Nach Angaben des Betreibers Fraport wurden für Freitag 580 von 1.350 geplanten Starts und Landungen abgesagt. Der Großteil dieser Streichungen entfällt auf die Lufthansa. Laut Flugplan fallen bei der größten deutschen Fluggesellschaft in Frankfurt sogar 75 Prozent der geplanten Starts aus.

Gewerkschaft und Unternehmen im Konflikt

Der Tarifexperte der Gewerkschaft Ufo, Harry Jaeger, forderte am Flughafen: "Die Lufthansa muss sich jetzt irgendwie bewegen." Er warf dem Unternehmen vor, in seinem Tarifangebot erhebliche Gegenforderungen aufgestellt zu haben. Insbesondere sollten die monatlich möglichen Arbeitsstunden deutlich angehoben werden. Die Kolleginnen und Kollegen fürchteten, dass Lufthansa ihre Einsatzzeiten im Sommer extrem verdichten wolle.

Personal-Vorstand Michael Niggemann von der Lufthansa kritisierte den Streikaufruf scharf. Dieser treffe die Gäste im Rückreiseverkehr nach Ostern besonders hart. Zudem würden mit Lufthansa und Lufthansa Cityline gleich zwei Flugbetriebe gleichzeitig bestreikt. "Diese Eskalation ist verantwortungslos", so Niggemann. Er hielt der Ufo vor, bislang nicht ernsthaft verhandelt zu haben.

Hintergründe des Tarifkonflikts

In dem Konflikt geht es um die Tarifverhandlungen zum Manteltarif bei der Lufthansa. Nach Angaben der Ufo fehlt zudem die Bereitschaft des Unternehmens, bei der Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Daran hängen laut Gewerkschaftsangaben rund 800 Existenzen. Die Situation bleibt angespannt, während Passagiere auf alternative Reisemöglichkeiten angewiesen sind und die Flughäfen mit den Auswirkungen des Streiks umgehen müssen.

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