Großbaustelle in Neubrandenburg: Sorgen um Sicherheit und Verkehr
Baustelle am Friedrich-Engels-Ring: Sicherheitsbedenken

Baustelle am Friedrich-Engels-Ring: Stadtvertretung fordert Sicherheitsgarantien

Die bevorstehende Großbaustelle am Friedrich-Engels-Ring in Neubrandenburg sorgt bereits Monate vor dem ersten Spatenstich für Diskussionen in der Stadtvertretung. In der jüngsten Sitzung verlangten mehrere Stadtvertreter von Oberbürgermeister Nico Klose (parteilos) klare Antworten zur Sicherheit von Radfahrern, Fußgängern und Rettungsdiensten während des geplanten Ersatzneubaus der Oberbachbrücke an der Rostocker Straße.

Projekt im Überblick: Ausschreibung 2026, Bau bis 2028, Kosten 3,7 Millionen Euro

Das Vorhaben wird vom Straßenbauamt Neustrelitz betreut. Die Ausschreibung ist für April 2026 vorgesehen, die Bauarbeiten vor Ort sollen von September 2026 bis Juni 2028 dauern. Dies geht aus dem Bericht des Oberbürgermeisters hervor. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Straßenbauamt auf rund 3,7 Millionen Euro. Die Stadt beteiligt sich mit etwa 321.000 Euro, während Versorgungsunternehmen rund 80.000 Euro beisteuern.

In der ersten Bauphase entsteht südlich der bestehenden Brücke eine temporäre Fußgängerbrücke mit Anschlusswegen. Anschließend wird der Fahrzeugverkehr in zwei Phasen mit jeweils zwei Spuren stadteinwärts und einer Spur stadtauswärts an der Baustelle vorbeigeführt – zunächst über das alte nördliche Bauwerk, später über das neu errichtete südliche. Im Knotenpunktbereich Friedrich-Engels-Ring/Rostocker Straße rechnet die Stadt während der Bauzeit mit erheblichen Verkehrseinschränkungen, insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten.

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Bauarbeiten am Wehr: Ausweichroute belastet Jahnstraße

Rainer Kirchhefer, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion SPD/Grüne, erinnerte zu Beginn der Aussprache an die Bauarbeiten am benachbarten Wehr vor einigen Jahren. Damals hätten Autos und Lastwagen die Jahnstraße als Ausweichstrecke genutzt – mit negativen Folgen für Rad- und Fußverkehr, da vorgeschriebene Überholabstände nicht eingehalten worden seien. Die Jahnstraße ist eine wichtige Verbindung zwischen dem Reitbahnviertel und der Hochschule. Die Stadtvertretung habe damals den sicheren Umbau der Straße beschlossen, doch geschehen sei bislang nichts. Sein Vorschlag für die kommende Bauphase: ein Überholverbot zu den Hauptverkehrszeiten. Zudem stellte Kirchhefer die Frage, ob die in der Vorlage genannte Fußgängerbrücke auch dem Radverkehr dienen werde – bislang sei von einer Brücke für beide Verkehrsarten die Rede gewesen.

Klose räumte ein, zunächst nur „eine ganz allgemeine Antwort“ geben zu können. Die Stadt sei zwar als Verkehrsbehörde für die Verkehrsführung zuständig, die Baumaßnahme selbst sei jedoch Sache des Straßenbauamtes. Man stehe im regelmäßigen Austausch und überlege gemeinsam, wie der Rad- und Fußgängerverkehr sicher geleitet werden könne.

Rettungswege gefährdet: Umleitungen über Brücken vorgeschlagen

Die Brückenfrage sei ebenfalls Gegenstand dieser Gespräche. Sobald Ergebnisse vorliegen, werde die Stadtvertretung informiert. „Wir werden da wirklich auf große Einschränkungen treffen“, sagte der Oberbürgermeister. Roman Kubetschek, Fraktionsvorsitzender von Projekt NB, lenkte den Blick auf die Rettungskräfte. Die Rostocker Straße sei für den nördlichen Stadtteil die einzige Ein- und Ausfallstraße und damit auch für Feuerwehr und Rettungswagen, so Kubetschek. Werde der Radverkehr in der Baustelle etwa durch Überholverbote bevorzugt, drohe ein Rückstau bis auf den Friedrich-Engels-Ring – mit der Folge, dass auch eine zweite Ausfahrt für den Rettungsdienst blockiert werden könne. Sein Vorschlag: den Kraftverkehr flüssig ableiten und Fußgänger sowie Radfahrer über die kleine Brücke an der Ölmühle und über die Brücke beim Kaufland umleiten.

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