Irrer Baufehler: Bahn-Unterführung 50 cm tiefer als Straße
Bahn-Unterführung 50 cm zu tief gebaut

Irrer Baufehler: Bahn-Unterführung 50 cm tiefer als die Straße

Blankenfelde – Es klingt wie ein irrer Schildbürgerstreich: Nach jahrelangen Bauarbeiten ist die Bahn-Unterführung von Blankenfelde endlich fertig – aber Autos können nicht durch. Weil sie 50 Zentimeter tiefer als der Straßenanschluss liegt.

Endlich war die Bahn mal pünktlich. Rechtzeitig zur Eröffnung der „Dresdner Bahn“ von Berlin Richtung Süden hatte das Staatsunternehmen im Herbst 2025 drei Unterführungen in Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) fertiggestellt. Doch die wichtigste am Blankenfelder Bahnhof bleibt für den Autoverkehr gesperrt.

Die Folge: Die 29.000 Einwohner der Speckgürtel-Gemeinde müssen weiterhin knapp sieben Kilometer Umweg fahren, um die Gleise zu kreuzen. „Für meine Kunden und mich bedeutet das mehr Zeit und höhere Kosten“, klagt Taxifahrer Stefan R. (43). Jeder Mehrkilometer schlägt mit 2,20 Euro zu Buche. Macht pro Fahrt rund 15 Euro Aufpreis.

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Der unfassbare Grund der Sperrung

Die neue Unterführung endet 50 Zentimeter tiefer als die Kreuzung, in die sie einmünden soll. Zuständig für den Bahntunnel ist die DB-Tochter InfraGo, für die angrenzende Kreuzung ist es die Gemeinde. Beide haben offenbar aneinander vorbeigeplant. Und jede Seite gibt der anderen die Schuld.

„Die Bahn hat uns immer wieder Pläne vorgelegt, die nicht genehmigungsfähig waren“, klagte Bürgermeister Michael Schwuchow (SPD) im RBB. „Die Gemeinde hat unseren Lösungsvorschlag für eine frühzeitige Teilöffnung nicht angenommen“, sagt die Bahn. Wohl aus Kostengründen. Dazu hätte die Kreuzung mit allen Leitungen darunter tiefergelegt werden müssen – auf Gemeinderechnung.

Nachbesserung schwierig

Die Unterführung nachträglich erhöhen? Geht nicht! Die Anschlussrampe würde zu steil – und oben mit einem Buckel enden. Bleibt nur, die Kreuzung tieferzulegen. Weil der Unmut seiner Bürger täglich wächst, gibt der Rathaus-Chef jetzt nach. Schwuchow: „Wir werden Kreuzung und Leitungen umbauen. Die Kosten von drei Millionen Euro werden wir der Bahn anteilig in Rechnung stellen.“

Doch bis die Unterführung endlich ihren Straßenanschluss hat, wird das Jahr vorüber sein. Die neue Pünktlichkeit der Bahn – den Blankenfeldern hat sie nichts gebracht.

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