Halles urbane Kuriositäten: Eine Woche zwischen Schlaglöchern und Goldfischen
Halle, 18. April 2026 – Manchmal wird man erst richtig aufmerksam, wenn man genau hinschaut. Das erlebte Frank Klemmer in dieser Woche besonders intensiv mit den Schlaglöchern auf Halles Straßen. Je mehr Meldungen von Bürgern eintrafen, desto tiefer blickte er in die Abgründe der Straßenschäden. Eine Nachricht aus Großbritannien ließ ihn zusätzlich aufhorchen: Dort reagieren Autofahrer auf wachsende Schlaglöcher paradoxerweise mit dem Kauf größerer Fahrzeuge, in der Hoffnung, sicherer durch die Löcher zu kommen.
Der Teufelskreis der Schlaglöcher
Das Problem dabei: Größere Wagen sind schwerer und belasten die Straßen zusätzlich, was zu noch mehr und möglicherweise größeren Schlaglöchern führt – ein klassischer Teufelskreis. Klemmer betont, dass der gemeinsam mit den Bürgern erstellte Schlagloch-Atlas zwar kein Allheilmittel sei, aber eine bessere Alternative darstelle als der Kauf neuer, größerer Autos. „Vor allem ist es günstiger, besonders bei den aktuellen Spritpreisen“, so der Journalist.
Spektakuläre Rettung: Goldfisch vom Hausdach
Doch nicht nur Schlaglöcher prägten diese Woche in Halle. Eine besonders kuriose Geschichte ereignete sich, als Jennifer Szczensny einen Goldfisch auf einem Hausdach entdeckte und zunächst für einen Koi hielt. Mit bemerkenswertem Einsatz startete sie eine Rettungsaktion, die den Fisch zurück ins Wasser brachte. Die Geschichte hinterließ Klemmer zwischen Staunen, Schmunzeln und einem Hauch Mitleid für den Graureiher, der nun verzweifelt nach seinem verlorenen Mittagessen sucht.
Neuer Stadtschreiber: Aron Boks entdeckt Halle
Weitere Geschichten wird bald Aron Boks erzählen, Halles neuer Stadtschreiber. Der Urgroßneffe des DDR-Malers Willi Sitte hat bereits mit seinem Werk „Starkstromzeit“ sein schriftstellerisches Talent unter Beweis gestellt, in dem er die Geschichte seiner Großeltern, die in der DDR Glaslampen herstellten, mit Recherchen zu Designerlampen und Neon-Leuchtreklame verband. Seine Suche führte ihn damals bereits nach Halle zu einem ansässigen Unternehmen. Jetzt ist er gekommen, um zu bleiben und Begegnungsorte in der Saalestadt literarisch zu erkunden.
Dieter Bohlens ungewöhnlicher Berufsratschlag
Nichts zu lesen, aber umso mehr zu hören bekam der 27-jährige Medizinstudent Leon beim Casting von „Deutschland sucht den Superstar“. Chefjuror Dieter Bohlen fehlte beim Auftritt des Straßenmusikers aus Halle das gewisse Etwas, was der TV-Ikone auf seine unverwechselbare Art entglitt: „Mach Arzt!“ Leon nimmt die Absage sportlich und macht weiter Musik – ob es Bohlen passt oder nicht.
So endet eine Woche in Halle, die mit Musik, kuriosen Geschichten, literarischen Entdeckungen und der gemeinsamen Suche nach Lösungen für städtische Probleme gefüllt war – und das alles möglichst ohne Schlaglöcher in der Nähe.



