Preppen: Wenn die Welt untergeht, gehe ich heiter mit
Ein Einwurf von Arno Frank
In einer Zeit, die geprägt ist von politischen Turbulenzen wie der Ära Trump, häufigen Stromausfällen und den bedrohlichen Auswirkungen des Klimawandels, ist es verständlich, dass sich immer mehr Menschen auf mögliche Katastrophen vorbereiten. Das sogenannte Preppen hat sich längst von einer Nischenaktivität zu einem verbreiteten Volkssport entwickelt. Doch ich persönlich mache bei diesem Trend nicht mit.
Die Faszination der Krisenvorsorge
Die Vorbereitung auf den Weltuntergang oder größere Notlagen umfasst oft das Sammeln von Überlebensutensilien, das Anlegen von Vorräten und das Erlernen von Survival-Techniken. Für viele ist dies eine Möglichkeit, in unsicheren Zeiten ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit zu gewinnen. Die Angst vor politischen Instabilitäten, infrastrukturellen Zusammenbrüchen oder Umweltkatastrophen treibt diese Bewegung an.
Warum ich anders denke
Für mich ist Preppen jedoch weniger eine Vorbereitung auf das Überleben als vielmehr eine Einübung ins Aufgeben. Indem man sich ausschließlich auf den schlimmsten Fall konzentriert, verliert man möglicherweise den Blick für die positiven Aspekte des Lebens und die gemeinschaftlichen Lösungen, die in Krisenzeiten oft entstehen. Statt in Isolation zu planen, setze ich auf Solidarität und Anpassungsfähigkeit.
Die ständige Beschäftigung mit apokalyptischen Szenarien kann zudem zu einer negativen Grundstimmung führen, die das tägliche Leben belastet. In einer Welt, die bereits von Stress und Unsicherheit geprägt ist, halte ich es für wichtiger, Resilienz durch soziale Bindungen und optimistische Zukunftsgestaltung aufzubauen.
Ein Blick in die Gesellschaft
Die Popularität des Preppens spiegelt tiefere gesellschaftliche Ängste wider. Sie zeigt, wie sehr Themen wie politische Polarisierung, Energieversorgung und Klimakrise das kollektive Bewusstsein prägen. Doch anstatt in individueller Vorsorge zu erstarren, sollten wir diese Herausforderungen gemeinsam angehen und nachhaltige, langfristige Lösungen entwickeln.
Letztendlich ist die Entscheidung, ob man preppt oder nicht, eine persönliche. Für mich bedeutet ein erfülltes Leben nicht, sich auf den Untergang vorzubereiten, sondern die Gegenwart zu schätzen und mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken.



