Die Stütze-Leistungen in Deutschland sind im Januar 2026 erneut gestiegen, obwohl die offiziellen Regelsätze des Bürgergelds eine Nullrunde verzeichneten. Im Durchschnitt erhalten die rund 2,83 Millionen Bürgergeld-Haushalte nun monatlich 1371 Euro. Der neue Bürgergeld-Atlas zeigt jedoch erhebliche regionale Abweichungen: Die Differenz zwischen den Bezirken mit den höchsten und niedrigsten Zahlungen beträgt fast 500 Euro.
Warum steigen die Leistungen trotz Nullrunde?
Die Erhöhung resultiert vor allem aus gestiegenen Kosten für Unterkunft und Heizung, die von den Jobcentern übernommen werden. Während der Regelsatz für den Lebensunterhalt unverändert blieb, variieren die tatsächlichen Zahlungen stark nach Mietniveau und Heizkosten in den jeweiligen Regionen. So profitieren Haushalte in teuren Städten wie München oder Hamburg überdurchschnittlich, während ländliche Gebiete mit niedrigeren Mieten weniger erhalten.
Spitzenreiter und Schlusslichter
Laut dem Atlas erhalten Empfänger in München im Schnitt über 1600 Euro monatlich, während es in ländlichen Kreisen Mecklenburg-Vorpommerns teils unter 1200 Euro sind. Die größten Posten sind die Kosten der Unterkunft, die in Ballungsräumen doppelt so hoch ausfallen können wie in strukturschwachen Regionen. Die Bundesregierung betont, dass die Anpassung an die tatsächlichen Wohnkosten eine wichtige sozialpolitische Maßnahme sei, um die Kaufkraft der Empfänger zu sichern.
Kritik an der Ungleichheit
Sozialverbände üben Kritik an den wachsenden Unterschieden. Sie fordern eine bundeseinheitliche Regelung, die regionale Preisunterschiede stärker ausgleicht, um eine Spaltung zwischen Arm und Reich zu vermeiden. Die Jobcenter verweisen auf die gesetzliche Verpflichtung, die tatsächlichen Aufwendungen zu übernehmen. Der Atlas basiert auf Daten aller 401 Jobcenter und wird jährlich aktualisiert. Er zeigt, dass die durchschnittliche Gesamtleistung pro Haushalt um rund 30 Euro im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.



