Fusion in Neubrandenburg: Fünf Gemeinden feiern Großgemeinde auf dem Marktplatz
In einem bewegenden Akt der Zusammenführung haben fünf evangelisch-lutherische Kirchengemeinden aus Neubrandenburg und Umgebung ihre Fusion mit einem feierlichen Gottesdienst auf dem historischen Marktplatz begangen. Dieser bedeutende Schritt markiert die Entstehung einer neuen Großgemeinde, die seit dem 1. Januar 2026 offiziell besteht und als Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Neubrandenburg firmiert.
Ein historischer Gottesdienst unter freiem Himmel
Am Sonntag, dem 12. April 2026, versammelten sich zahlreiche Gläubige und Interessierte auf dem Marktplatz der Vier-Tore-Stadt, um diesen besonderen Moment gemeinsam zu erleben. Bischof Tilman Jeremias, der als Sprengel Mecklenburg und Pommern in der Nordkirche amtiert, hielt die Predigt und sprach den Segen über die neu gegründete Gemeinde sowie alle Anwesenden. Die Veranstaltung wurde durch eine große Bühne, eine exzellente Akustik und vielfältige musikalische Beiträge geprägt, die eine festliche und würdige Atmosphäre schufen.
Die Entstehung einer starken Großgemeinde
Die neue Gemeinde setzt sich aus den bisher eigenständigen Gemeinden St. Johannis, St. Michael, der Friedensgemeinde, Emmaus-Staven und Wulkenzin-Breesen zusammen. Mit rund 4800 Mitgliedern ist sie nun die zahlenmäßig größte Gemeinde im gesamten Kirchenkreis Mecklenburg. Dieser Zusammenschluss ist nicht nur ein formaler Akt, sondern das Ergebnis einer langjährigen engen Zusammenarbeit. Die Gemeinden hatten bereits zuvor in einer Kirchenregion kooperiert und intensive Kontakte zu Vereinen, Initiativen und städtischen Akteuren gepflegt.
Hintergründe und Perspektiven der Fusion
Pastorin Christina Jonassen betonte in ihren Ausführungen, dass viele Partner bereits in der Vergangenheit Projekte gemeinsam umgesetzt und in verschiedenen Ortsteilen und Kommunen zusammengearbeitet haben. Für diese tiefe Verbundenheit und die bereits bestehenden Synergien zeigte sie sich ausdrücklich dankbar. Der Festgottesdienst in der Innenstadt machte diese Einheit und den gemeinsamen Geist für alle sichtbar und erlebbar.
Hintergrund dieser Zusammenlegung sind, wie in vielen Regionen Deutschlands, sinkende Mitglieder- und Gottesdienstzahlen sowie zunehmende Personalengpässe. Durch die Fusion sollen Ressourcen gebündelt, die pastorale Betreuung verbessert und die Gemeindearbeit nachhaltig gestärkt werden. Die neue Großgemeinde steht somit vor der Aufgabe, traditionelle Werte zu bewahren und gleichzeitig innovative Wege zu finden, um den Herausforderungen der modernen Zeit zu begegnen.



