YouTuber riskiert Freiheitsstrafe für Kontaktversuch zu isoliertem Volk
Die North Sentinel Island im Indischen Ozean gehört zu den am strengsten geschützten Orten der Welt. Hier leben die indigenen Sentinelese, die seit Jahrhunderten ohne Kontakt zur Außenwelt existieren. Gerade diese Abgeschiedenheit zieht jedoch immer wieder Abenteurer und Influencer an – oft mit schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen.
Riskante Reise mit juristischen Folgen
Der US-amerikanische YouTuber Mykhailo Viktorovych Polyakov (24) dokumentierte auf seinem Kanal regelmäßig Reisen in sogenannte Risikogebiete. Im Frühjahr 2025 unternahm er jedoch einen besonders folgenschweren Schritt: Er reiste zur streng geschützten North Sentinel Island, um Kontakt zu den dort lebenden Ureinwohnern herzustellen.
Für seinen Versuch, die Insel zu erreichen, fuhr Polyakov mit einem Schlauchboot mehrere Stunden über den Indischen Ozean. Am Strand hinterließ er als vermeintliche Geschenke eine Kokosnuss und eine Dose Cola-Light. Zusätzlich versuchte er, mit einer Pfeife Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die Sentinelese reagierten jedoch nicht auf seine Annäherungsversuche.
Dokumentation führt zur Festnahme
Nach seiner Rückkehr lud der YouTuber das Video seiner Aktion auf YouTube hoch. Nur zwei Tage später wurde er von der Polizei festgenommen. Ihm wird das unerlaubte Betreten eines streng geschützten Stammesgebiets vorgeworfen – ein Vergehen, das in Indien mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann.
Die North Sentinel Island ist aus gutem Grund ein Sperrgebiet: Das indigene Volk lebt vollständig isoliert und hat keine Immunität gegen viele moderne Krankheiten. Schon einfache Infektionen könnten für die Bewohner lebensgefährlich sein. Aus diesem Grund ist jeder Kontaktversuch strikt verboten.
Rechtliche Bewertung dauert an
Der Fall befindet sich derzeit bei den indischen Behörden und vor Gericht in Prüfung. Die Ermittlungen und die rechtliche Bewertung der Aktion haben Zeit in Anspruch genommen. Sollte Polyakov verurteilt werden, drohen ihm tatsächlich bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug. Sein nächster Gerichtstermin ist für den 29. April angesetzt.
Sein YouTube-Kanal, auf dem er vor allem riskante Reisen dokumentierte, wurde inzwischen gelöscht. Der Fall zeigt deutlich, dass selbst gut gemeinte Kontaktversuche zu isolierten Völkern schwerwiegende rechtliche Konsequenzen haben können – und vor allem die Gesundheit der Ureinwohner gefährden.



