Vergewaltigungsvorwurf in Berliner Jugendzentrum: Senatorin fordert schnelle Konsequenzen
Vergewaltigungsvorwurf: Senatorin fordert Konsequenzen

Vergewaltigungsvorwurf in Berliner Jugendzentrum: Senatorin fordert schnelle Konsequenzen

Nach schweren Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln hat die Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Katharina Günther-Wünsch (CDU), rasche und spürbare Konsequenzen von den Verantwortlichen im Bezirk gefordert. Ein 16-jähriges Mädchen soll Ende 2025 in der Einrichtung von Jugendlichen vergewaltigt und später bedrängt worden sein, wie aus Ermittlungen hervorgeht.

Kritik an Bezirksbürgermeister und Jugendamt

Im Berliner Abgeordnetenhaus übte Günther-Wünsch scharfe Kritik an der Handhabung des Falls durch das Bezirksamt Neukölln. „Es reicht nicht, Betroffenheit zu bekunden“, erklärte die Senatorin. „Das Bezirksamt Neukölln steht hier in der klaren Pflicht. Die Personal- und Dienstverantwortung liegt ausschließlich im Bezirk.“ Besonders deutlich wurde ihre Kritik an Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD): „Wo ist eigentlich der Bezirksbürgermeister? Kein einziges Wort zu diesem Fall, keine Übernahme von Verantwortung.“

Die Senatorin warf dem Bezirksamt vor, dass eine Bezirksstadträtin, die selbst Gegenstand von Ermittlungen sei, an der Aufklärung mitwirken solle, während der Bezirksbürgermeister nicht präsent sei. Geklärt werden müssten die Verantwortlichkeiten im Jugendamt Neukölln und darüber hinaus, forderte Günther-Wünsch.

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Ermittlungen und erste personelle Konsequenzen

Der Jugendclub ist seit dem 13. März geschlossen. Die Polizei erfuhr von dem Vorfall erst durch die Anzeige des Vaters am 23. Februar. Weder die Einrichtung noch das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln hatten zunächst Anzeige erstattet, was für erhebliche Kritik sorgte. Das Jugendamt wurde nach Angaben des Bezirks bereits am 28. Januar über die Vorfälle informiert, die zuständige Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) erfuhr erst am 2. März davon.

Nach bisherigen Angaben der Stadträtin entschied das Jugendamt zunächst, nur dann Strafanzeige zu stellen, wenn das Einverständnis des Opfers vorliegt – dazu gibt es jedoch widersprüchliche Aussagen. Inzwischen ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin zu dem Vorfall.

Erste personelle Konsequenzen wurden bereits gezogen: Am Mittwoch hatte Stadträtin Nagel mitgeteilt, dass eine Person im Jugendamt auf eine andere Stelle umgesetzt worden sei. Weitere personalrechtliche Schritte werden im Laufe des Aufklärungsprozesses geprüft.

Forderung nach lückenloser Aufarbeitung

Günther-Wünsch betonte, dass es jetzt um klare und spürbare Konsequenzen gehe. Eine zentrale Frage sei, wie der Bezirk eine lückenlose und unbefangene Aufarbeitung des Falls sowie den Schutz der Betroffenen sicherstellen könne. Die Senatorin forderte eine umfassende Klärung der Verantwortlichkeiten und eine transparente Aufklärung, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

Der Fall hat in Berlin für erhebliche Diskussionen über die Verantwortung von Bezirksämtern und Jugendbehörden gesorgt. Viele Berlinerinnen und Berliner stellen sich laut Günther-Wünsch die Frage nach der Präsenz und Verantwortungsübernahme der lokalen Politiker in solchen kritischen Situationen.

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