Abdullah R. (23) steht seit Montag vor dem Landgericht Berlin. Der Vorwurf: Er plante einen islamistischen Anschlag in Berlin. Sein Ziel: Mit einem Messer möglichst viele Juden sowie „Ungläubige“ zu töten – und sich dann selbst mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft zu jagen.
Doch es kam anders. Nach dem Tipp eines ausländischen Geheimdienstes hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Schließlich nahm das SEK den Syrer am 1. November 2025 in seiner Wohnung in der Neuköllner Sonnenallee fest. Und verhinderte so höchstwahrscheinlich ein brutales Selbstmordattentat in der Hauptstadt.
Umfassendes Geständnis abgelegt
„Jetzt legte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ab“, so eine Gerichtssprecherin. Er bat um Entschuldigung für seine Taten. Und sprach von „Glück“, dass er vor der Umsetzung seiner Pläne festgenommen wurde.
Kontakt über TikTok führte zum Terror-Plan
Abdullah R. war im Dezember 2023 nach Deutschland gekommen, stellte einen Asylantrag. Er sei polizeilich komplett sauber gewesen, es habe keine Islamismus-Auffälligkeiten gegeben, so ein Ermittler nach der Festnahme zu BILD. Doch dann soll er sich im Internet radikalisiert und einen Anschlag vorbereitet haben.
Laut Anklage kaufte er ein Messer, Chemikalien und Bauteile zur Herstellung einer „Spreng- und Brandvorrichtung“. Außerdem veröffentlichte er IS-Propaganda, die mit sogenannten Nasheeds der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterlegt waren – Kampflieder und Hymnen zur Emotionalisierung und politischen Mobilisierung.
Geständnis: Radikalisierung über TikTok
In seinem Geständnis gab der Angeklagte an, über TikTok mit einem Mann in Kontakt gekommen zu sein. Dieser versorgte ihn mit Informationen und legte ihm den Märtyrertod nahe. Der Syrer sei dafür empfänglich gewesen, weil sich seine Ziele und Träume nicht erfüllt hätten, so die Gerichtssprecherin. Er habe etwa nicht arbeiten können.
Syrer plante ein Selbstmordattentat
Der Angeklagte räumte ein, einen Anschlag mit einem Sprengstoffgürtel geplant zu haben. Auch das Messer habe er sich besorgt. Von dem Plan, es einzusetzen, sei er aber wieder abgekommen.
Seit seiner Festnahme sitzt der angeklagte Abdullah R. in Untersuchungshaft. Er ist wegen der Vorbereitung einer terroristischen Straftat, wegen Terrorismusfinanzierung und wegen des Verbreitens von Propagandamitteln terroristischer Organisationen angeklagt. Mit einem Urteil wird Anfang Juni gerechnet.



