Großrazzia in Oberbayern: 20 Personen wegen Kinderpornografie im Visier der Ermittler
In einer großangelegten Polizeiaktion im südlichen Oberbayern sind am 27. März 2026 insgesamt 20 Verdächtige wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie ins Visier der Strafverfolgungsbehörden geraten. Bei koordinierten Razzien durchsuchten etwa 25 Beamte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd die Wohnungen der Beschuldigten in den Landkreisen Altötting und Mühldorf am Inn.
Besonders junge und alte Verdächtige unter den Beschuldigten
Die Altersspanne der mutmaßlichen Täter ist bemerkenswert groß: Der jüngste Verdächtige ist nach Angaben der Ermittler noch nicht einmal 14 Jahre alt und fällt damit in den Bereich des Jugendstrafrechts. Der älteste Beschuldigte hingegen ist 68 Jahre alt. Bei den Durchsuchungen stellten die Fahnder zahlreiche Beweismittel sicher, darunter Mobiltelefone und verschiedene Speichermedien, die nun forensisch ausgewertet werden.
Die Staatsanwaltschaft Traunstein, die die Ermittlungen leitet, prüft derzeit intensiv, ob die Beschuldigten das kinderpornografische Material nicht nur aus dem Internet heruntergeladen, sondern auch aktiv weiterverbreitet haben. Diese Unterscheidung ist für die spätere strafrechtliche Einordnung von entscheidender Bedeutung.
Spezialisierte Ermittlungseinheiten im Einsatz
Die Behörden im südlichen Oberbayern haben in den vergangenen Jahren ihre Anstrengungen im Kampf gegen Kinderpornografie deutlich verstärkt. Bei der Kriminalpolizei wurden eigens "Arbeitsgruppen Kinderpornografie" eingerichtet, die sich ausschließlich mit dieser speziellen Form der Kriminalität befassen. Allein bei der Staatsanwaltschaft Traunstein sind fünf spezialisierte Staatsanwältinnen ausschließlich für den Bereich Kinder- und Jugendpornografie zuständig.
Die Fallzahlen zeigen die Dimension des Problems: Im Jahr 2024 wurden in der Region 911 einschlägige Ermittlungsverfahren geführt, im darauffolgenden Jahr 2025 waren es immer noch 729 Verfahren. Diese Zahlen unterstreichen die anhaltende Relevanz des Themas und den kontinuierlichen Einsatz der Strafverfolgungsbehörden.
Die aktuellen Ermittlungen zeigen einmal mehr, dass die Tätergruppe bei Kinderpornografie-Delikten äußerst heterogen ist und alle Altersgruppen umfassen kann. Die Tatsache, dass unter den Verdächtigen ein noch nicht 14-jähriger Jugendlicher ist, wirft besondere Fragen nach den Ursachen und Präventionsmöglichkeiten auf.



