Prozessauftakt in Hannover: Angeklagter soll Nachbarin aus Habgier getötet haben
Vor dem Landgericht Hannover hat am Dienstag ein aufsehenerregender Mordprozess begonnen. Ein 59-jähriger Mann muss sich vor Gericht verantworten, weil er laut Anklage seine Nachbarin in Bad Münder am Deister im Landkreis Hameln-Pyrmont getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord aus Habgier sowie zur Ermöglichung einer anderen Straftat vor.
Tatablauf nach Anklageschrift
Die Anklage wurde zum Prozessauftakt verlesen und schildert einen brutalen Tathergang. Demnach suchte der Deutsche die Frau im Juli des vergangenen Jahres in ihrer Wohnung auf, um von ihr Geld zu erhalten. Als sie sich mutmaßlich weigerte, ihm Bargeld zu überlassen, soll er massive Gewalt gegen sie ausgeübt und mehrfach auf sie eingestochen haben. Die Frau erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen.
Nach Darstellung der Ermittler soll der Mann anschließend mehr als 500 Euro Bargeld, ein Mobiltelefon und eine Tasche an sich genommen und den Tatort fluchtartig verlassen haben. Neben dem Mordvorwurf ist der Angeklagte deshalb auch wegen besonders schweren Raubes mit Todesfolge angeklagt.
Bekanntschaft zwischen Täter und Opfer
Nach Gerichtsangaben kannten sich der Mann und das Opfer persönlich. Die Frau hatte ihm in der Vergangenheit bereits mehrfach Geld geliehen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie ihm bei dem letzten Treffen kein weiteres Geld mehr geben wollte, was den Angeklagten in Rage versetzt haben soll.
Die Verhandlung wurde nach Verlesung der Anklage zunächst beendet. Weitere Verhandlungstermine sind für den März angesetzt, ein Urteil wird zu einem späteren Zeitpunkt erwartet. Der Prozess wirft ein grelles Licht auf die tragischen Folgen von finanziellen Abhängigkeiten und gewaltsamen Eskalationen im zwischenmenschlichen Bereich.



