Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann drückt sich vor Gerichtstermin in Starnberg
Erneut hat der ehemalige Fußballprofi und Nationaltorhüter Jens Lehmann einen Gerichtstermin verpasst. Wegen eines Handy-Verstoßes am Steuer hätte der 56-Jährige am Dienstag vor dem Amtsgericht Starnberg erscheinen müssen. Doch Lehmann, der in seiner Karriere für Vereine wie Arsenal London, VfB Stuttgart, Borussia Dortmund und Schalke 04 spielte, blieb der Verhandlung fern – ohne einen Anwalt zu entsenden.
Richter verhandelt trotz Abwesenheit in Rekordzeit
Amtsrichter Ralf Jehle ließ sich von der Abwesenheit des Ex-Sportlers nicht beirren. Nach einer Wartezeit von 20 Minuten nach Aufruf der Sache entschied er: „Der Betroffene war vom persönlichen Erscheinen nicht entbunden. Er ist trotz ordnungsgemäßer Ladung ohne Entschuldigung nicht erschienen. Sein Einspruch wird verworfen.“ Laut Informationen der BILD hatte Lehmann zwar eine berufliche Verhinderung in England als Grund für eine Verschiebung angeführt, doch Richter Jehle akzeptierte dies nicht.
Handy-Verstoß in nobler Gemeinde Percha
Der konkrete Vorfall ereignete sich im vergangenen Spätsommer in Percha, einem Ortsteil des vornehmen Starnbergs in Bayern. Die Polizei stoppte Lehmann, weil er am Steuer offenbar erkennbar sein Handy benutzt haben soll. Ein Streifenpolizist, der den Ex-Fußballer damals kontrollierte, war als Zeuge zur Verhandlung erschienen, musste jedoch nicht aussagen.
Wegen diverser Voreintragungen in seinem Verkehrsregister wurde das Bußgeld von den üblichen 100 Euro auf 150 Euro erhöht. Zusätzlich kassiert Lehmann, sollte der Bußgeldbescheid rechtskräftig werden, einen Punkt in Flensburg. Der Ex-Torhüter hat nun eine Woche Zeit, gegen die Entscheidung Rechtsmittel einzulegen.
Wiederholungstäter mit bewegter Justiz-Vergangenheit
Dies ist nicht der erste Justiz-Ärger für Jens Lehmann. Bereits im vergangenen Jahr musste er wegen zwei Verfehlungen im Straßenverkehr vor Gericht erscheinen:
- Wegen einer Alkoholfahrt mit 0,72 Promille beim Oktoberfest 2024 verlor er seinen Führerschein für einen Monat und zahlte 1000 Euro.
- Ein weiterer Handy-Verstoß in München im Frühjahr 2025 führte zu einem Bußgeld von über 100 Euro und einem Punkt.
In beiden Fällen legte Lehmann Einspruch ein und erschien nicht zur Verhandlung. Seine Justizgeschichte reicht weiter zurück: 2016 wurde er am Amtsgericht Starnberg wegen Unfallflucht zu einer Geldstrafe von 42.500 Euro verurteilt. Der wohl meistdiskutierte Fall betrifft jedoch ein nicht-verkehrsbezogenes Vergehen: 2022 sägte Lehmann seinem Nachbarn mit einer Kettensäge einen Dachbalken an der Garage ab, was 2024 zu einer Geldstrafe von 135.000 Euro durch das Landgericht München führte.
Die aktuelle Entscheidung des Amtsgerichts Starnberg unterstreicht die Konsequenz der Justiz bei Verkehrsverstößen, selbst wenn prominente Angeklagte fernbleiben. Ob Lehmann von seinem Recht auf Rechtsmittel Gebrauch macht, bleibt abzuwarten.



