Mutmaßlicher Kriegsverbrecher auf Kreuzfahrtschiff festgenommen
Kriegsverbrecher auf Kreuzfahrtschiff festgenommen

Im Hafen von Civitavecchia haben italienische Grenzschutzbeamte einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher festgenommen. Der 58-jährige Serbe und Kroate Milan B. wurde an Bord eines Kreuzfahrtschiffs der Reederei MSC aufgespürt. Wie italienische Medien berichten, lag gegen ihn ein internationaler Haftbefehl vor. Die Festnahme erfolgte bereits am Ostersonntag, wurde jedoch erst jetzt öffentlich bekannt.

Vorwürfe: Kriegsverbrechen und Mord

Dem Mann werden schwere Verbrechen während des kroatisch-serbischen Konflikts im ehemaligen Jugoslawien vorgeworfen. Laut der Zeitung „La Repubblica“ gehörte er in den 1990er-Jahren proserbischen Milizen an. Er soll einen älteren Mann im Schlaf mit einer Kalaschnikow getötet haben. Darüber hinaus wird ihm die Beteiligung an einem Massenmord sowie an Vergewaltigungen von Frauen und Kindern zur Last gelegt. Sowohl Serbien als auch Kroatien fordern nun seine Auslieferung.

Flucht in den Maschinenraum

Der 58-Jährige hatte offenbar mehrere Jahre unter falschem Namen als Wachmann auf dem MSC-Kreuzfahrtschiff gearbeitet. Als zivil gekleidete Grenzschutzpolizisten im Hafen von Civitavecchia auf ihn warteten, bemerkte er sie und floh in den Maschinenraum. Wie die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ berichtet, konnte er erst nach über drei Stunden gefunden und festgenommen werden. Bislang hat er sich nicht zu seiner Festnahme geäußert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Civitavecchia liegt rund 70 Kilometer von Rom entfernt und ist eine der wichtigsten Hafenstädte Italiens. Sie gilt als beliebtes Ziel großer Kreuzfahrtschiffe. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die langjährige Straflosigkeit von Kriegsverbrechern, die sich oft jahrelang unerkannt im Ausland aufhalten können.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration