Brandanschlag auf tschechische Rüstungsfirma: Drei Verdächtige in Haft genommen
Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf einen Rüstungsbetrieb in Tschechien sind drei Personen festgenommen worden. Die tschechische Polizei teilte auf der Plattform X mit, dass eine der verdächtigen Personen in der benachbarten Slowakei gefasst wurde, während die anderen beiden in Tschechien festgenommen wurden. Bei den Verdächtigen handelt es sich um tschechische und US-amerikanische Staatsangehörige. Die Ermittlungen laufen in enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, um mögliche weitere Beteiligte ausfindig zu machen.
Feuer in Waffenfabrik zerstört Lagerhalle und Verwaltungsgebäude
Am Freitagmorgen brach in der Waffenfabrik in einem Industriegebiet bei Pardubice ein Feuer aus, das eine Lagerhalle und ein Verwaltungsgebäude vollständig zerstörte. Laut Angaben der Firmenwebsite produziert das Unternehmen unter anderem hochspezialisierte Drohnenmotoren und präzise Zielfernrohre für militärische Zwecke. Die Produktionsanlagen waren zum Zeitpunkt des Brandes nicht in Betrieb, sodass keine Personen zu Schaden kamen.
Palästina-Gruppe übernimmt Verantwortung für den Anschlag
Tschechische Medien veröffentlichten ein mutmaßliches Bekennerschreiben einer Palästina-Gruppe, in dem die Verantwortung für den Brandanschlag übernommen wird. In dem Schreiben heißt es wörtlich: „Heute am frühen Morgen wurde ein wichtiges Herstellungszentrum für israelische Waffen von einer Untergrundgruppe angezündet.“ Einige Sicherheitsexperten spekulieren jedoch, dass hinter der Aktion möglicherweise russische Interessen stehen könnten, da die Firma bekanntlich Waffenlieferungen an die Ukraine durchführt.
Regierungschef Babiš fordert erhöhte Sicherheitsmaßnahmen
Der tschechische Regierungschef Andrej Babiš reagierte umgehend auf den Vorfall und forderte die Rüstungsunternehmen in seinem Land auf, ihre Betriebsgelände auf eigene Kosten besser zu schützen. „Sie haben genug Geld, es ist in ihrem Interesse und im Interesse der gesamten Gesellschaft“, betonte Babiš. Er kritisierte, dass es nicht hinnehmbar sei, wenn man einfach über einen Zaun klettern könne, um solch einen Anschlag zu verüben. Die nationale Terrorwarnstufe wurde dennoch nicht erhöht, allerdings ist der tschechische Inlandsgeheimdienst BIS in die Ermittlungen eingeschaltet.
Die Polizei untersucht derzeit die genauen Umstände des Brandes und prüft, ob es sich tatsächlich um einen politisch motivierten Anschlag handelt. Die Festgenommenen werden voraussichtlich in den kommenden Tagen einem Haftrichter vorgeführt, während die Suche nach weiteren Verdächtigen international fortgesetzt wird.



