Ex-Minister Steinbach: Gericht bestätigt Verbot von Beraterjob bei Tesla-Kanzlei
Beraterjob bei Tesla-Kanzlei bleibt Ex-Minister untersagt

Gericht bestätigt: Ex-Minister Steinbach darf nicht für Tesla-Kanzlei arbeiten

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat eine klare Entscheidung getroffen: Dem ehemaligen Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach bleibt der geplante Beraterjob bei einer Anwaltskanzlei weiterhin untersagt. Der Beschluss ist unanfechtbar und gilt bis Dezember 2026. Damit bestätigt das Gericht frühere Entscheidungen und unterstreicht die Bedeutung der Karenzzeit für ehemalige Regierungsmitglieder.

Hintergrund: Tesla-Ansiedlung in Grünheide

Die Kanzlei, für die Steinbach als externer Berater tätig sein wollte, hatte das Land Brandenburg während seiner Amtszeit als Wirtschaftsminister bei der Ansiedlung des US-Elektroautobauers Tesla in Grünheide beraten. Diese Verbindung steht im Zentrum der gerichtlichen Entscheidung. Steinbach, der auch als "Mr. Tesla" bekannt wurde, war maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt.

Rechtliche Grundlage: Brandenburgisches Ministergesetz

Die Landesregierung hatte Steinbach bereits im September 2025 die Erwerbstätigkeit untersagt. Das Brandenburgische Ministergesetz ermöglicht solche Beschränkungen für ehemalige Mitglieder der Landesregierung in den ersten zwei Jahren nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt. Voraussetzung ist, dass öffentliche Interessen beeinträchtigt werden könnten. Das Verwaltungsgericht Potsdam hatte entsprechende Eilanträge von Steinbach Ende 2025 abgelehnt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Begründung des Gerichts: Vertrauen in die Integrität

Das Oberverwaltungsgericht begründete seine Entscheidung mit dem Schutz des öffentlichen Vertrauens. "Ausreichend ist der begründete Anschein, dass durch die Erwerbstätigkeit des ehemaligen Mitglieds der Landesregierung Zweifel an der Integrität der Landesregierung entstehen könnten", hieß es in der Mitteilung. Die enge Verbindung zwischen Steinbachs früherer Amtstätigkeit und der beratenden Kanzlei sei problematisch.

Das Gericht betonte: "Diese Umstände wären geeignet, das Vertrauen der Allgemeinheit in die Integrität der Landesregierung zu beeinträchtigen, wenn die Tätigkeit alsbald nach dem Ausscheiden aus dem Ministeramt aufgenommen würde." Die Entscheidung unterstreicht damit die Bedeutung ethischer Standards in der Politik.

Auswirkungen und Bedeutung

Die gerichtliche Bestätigung hat mehrere Konsequenzen:

  • Steinbach darf bis Dezember 2026 nicht für die betreffende Kanzlei arbeiten
  • Der Beschluss ist endgültig und nicht anfechtbar
  • Die Entscheidung stärkt die Karenzregelungen für Ex-Minister
  • Sie setzt ein Signal für transparente politische Prozesse

Der Fall zeigt, wie wichtig klare Regelungen für den Übergang von politischen Ämtern in die Privatwirtschaft sind. Besonders bei großen Projekten wie der Tesla-Ansiedlung, die von erheblicher wirtschaftlicher und öffentlicher Bedeutung sind, müssen Interessenkonflikte vermieden werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration