Nach 18 Jahren: Templiner Förderverein beendet ehrenamtliche Arbeit
Templiner Förderverein beendet nach 18 Jahren seine Arbeit

Nach 18 Jahren: Templiner Förderverein beendet ehrenamtliche Arbeit

In Templin wird nach 18 Jahren ein bedeutendes Kapitel ehrenamtlichen Engagements geschlossen. Der Förderverein Hilfe gegen soziale Not e.V., der mit seinem Sozialkaufhaus am Markt und zahlreichen sozialen Projekten Spuren hinterlassen hat, stellt seine Arbeit ein. Bis zum 30. Juni bleibt das Sozialkaufhaus noch geöffnet, danach wird der Verein seine Tätigkeit vollständig beenden.

Gesundheitliche Gründe zwingen zur Schließung

Susanne Fürstenau, die Vorsitzende des Vereins, erklärte bei einer Dankeschön-Veranstaltung im „Gleis 4“: „Nach dem 30. Juni ist dann wirklich Schluss. Wir sind inzwischen an unsere Grenzen gekommen, mussten besonders aus gesundheitlichen Gründen die Reißleine ziehen.“ Die Entscheidung fiel den Vereinsmitgliedern sichtlich schwer, doch die Belastungen der vergangenen Jahre haben ihre Spuren hinterlassen.

Das Sozialkaufhaus bietet bis zur endgültigen Schließung noch gebrauchte Bekleidung aller Art, Möbel, elektrische Geräte und Geschirr gegen einen geringen Obolus für sozial Schwache an. In den vergangenen 18 Jahren war die Einrichtung zu einer festen Institution in Templin geworden.

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Dank an treue Sponsoren und Unterstützer

Bei der Abschiedsveranstaltung bedankte sich Fürstenau bei den 27 Sponsoren und Unterstützern, die den Verein über all die Jahre begleitet haben: „Ohne Sie wäre unsere Arbeit in den vergangenen 18 Jahren nicht möglich gewesen: keine Weihnachtsfeier für Kinder, kein Eisessen am Kindertag, kein Sozialkaufhaus, kein Brotkorb.“

Sie betonte, dass die Unterstützung nie selbstverständlich war: „Die Sponsoren haben durch ihre Unterstützung dafür gesorgt, dass wir als kleiner, unbezahlter Familienbetrieb bestehen konnten. Dass wir das Gefühl hatten, helfen zu können, und erleben durften, dass ein Stück Dankbarkeit zurückkommt.“

Gründungsmitglieder bedauern das Ende

Valentina Hlinov, eines der Gründungsmitglieder des Vereins, äußerte ihr Bedauern: „Es ist sehr schade, dass sich keine Nachfolger gefunden haben.“ Petra Katzelberger, die seit 2014 dabei ist, berichtete von der Reaktion der Templiner Bevölkerung: „In den vergangenen Wochen haben uns viele Leute wissen lassen, dass sie unseren Verein vermissen werden. Viele sind traurig, dass es das Kaufhaus nicht mehr geben wird.“

Ines Runge, seit 2013 stellvertretende Vereinsvorsitzende, erinnerte sich an die Anfänge: „Ich erinnere mich noch gut an die erste vom Verein ausgerichtete Kindertagsfeier. Sie fand auf dem Spielplatz in der Ringstraße statt.“

Ein Verlust für die Stadt Templin

Dr. Anneli Jeschke-Kollár, die von 2014 bis 2025 die Geschäfte des kommunalen Wohnungsunternehmens WOBA Templin-UM führte, sprach von einem echten Verlust für die Stadt: „Es ist ein Verlust für Templin, dass es den Verein und das Sozialkaufhaus nicht mehr geben wird.“ Die WOBA hatte dem Verein ermöglicht, für die Räume des Sozialkaufhauses nur die Betriebskosten zu zahlen.

Diana Krüger-Stessun, seit dem vergangenen Jahr Geschäftsführerin der städtischen WOBA und deren Tochtergesellschaft FWG, erklärte, man werde den „Brotkorb“ weiter unterstützen. Die Lebensmittelausgabestelle in der Heinestraße wird vom Verein Lernort Welt weiterbetrieben.

Sponsoren bedauern das Ende der Einrichtung

Harald Dalchow, Firmeninhaber des Templiner Malerbetriebs Dalchow, der zu den Sponsoren des Vereins gehörte, sagte: „Man hilft, wo man kann, gerade in Templin. Verein und Sozialkaufhaus sind in der Stadt zu einem festen Begriff geworden. Es ist traurig, dass damit bald Schluss ist.“

Diese Worte sind für Susanne Fürstenau und ihre Mitstreiter ein wichtiges Zeichen: „Sie bedeuten, dass unser Einsatz nicht umsonst war. Wenn ich noch einmal jung wäre, würde ich alles genauso noch einmal tun. Mit den Sponsoren und mit den Vereinsmitgliedern.“

Die Linedance-Gruppe aus Mittenwalde gestaltete mit mehreren Auftritten das Programm der Abschiedsveranstaltung, die den Abschluss von 18 Jahren engagierter Arbeit für sozial Schwache in Templin markierte.

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