Halles Bürgerpreis-Nominierte: Jana Egle töpfert seit 20 Jahren mit Kita-Kindern
In der kleinen Töpferwerkstatt der Trothaer Kindertagesstätte „Juri Gagarin“ in Halle (Saale) stehen zahlreiche kleine Schalen mit Sternen auf dem Tisch. Diese haben die Kinder der Sternengruppe zum Abschluss ihrer Kindergartenzeit gefertigt. „Das war richtig schwierig“, erklärt die baldige Schulkind Mike, doch die Ergebnisse können sich sehen lassen. Möglich macht dies Jana Egle, die seit zwei Jahrzehnten ehrenamtlich den Mädchen und Jungen das Töpfern beibringt und nun für den Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht“ nominiert wurde.
Vom Elternengagement zur festen Institution
Die 53-jährige Hallenserin kam 2005 zu ihrem Ehrenamt, als ihre Tochter die Kita besuchte. Ursprünglich wollte eine Erzieherin eine Töpferwerkstatt aufbauen, mit Spenden der Eltern wurde sogar ein Brennofen angeschafft. Als die Erzieherin jedoch die Einrichtung wechselte, übernahm Jana Egle auf Anregung der neuen Leiterin die Aufgabe – obwohl sie zuvor nie getöpfert hatte. „Der Rest war ausprobieren“, berichtet sie heute. Zunächst besuchte sie einen Volkshochschulkurs, um die Grundlagen zu erlernen.
Pädagogische Wirkung über das Handwerk hinaus
In kleinen Gruppen von maximal sechs Kindern ab vier Jahren arbeitet Jana Egle jeweils etwa eine Stunde lang mit Ton und Glasur. Die pädagogischen Effekte sind vielfältig: „Kinder, die aufbrausend sind, werden dabei ruhig und ruhige Kinder tauen auf“, beobachtet die Ehrenamtliche. Zudem werden Feinmotorik und Kreativität gefördert. Die Töpferstunden sind oft in größere Projekte eingebettet, etwa zum Komponisten Händel oder zum Namensgeber der Kita, Juri Gagarin. So entstehen nicht nur Schalen, sondern auch Igel, Drachen, Raumschiffe oder kleine Figuren des ersten Menschen im Weltall.
Eine Herzensangelegenheit mit nachhaltiger Wirkung
„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, hier in der Kita mit den Kindern zu töpfern“, betont Jana Egle. Ihr Lohn sei die große Wertschätzung der Kinder. Kitaleiterin Kathrin Albrecht bestätigt: „Alle sind begeistert.“ Kaum ein Kind lehne das Angebot ab, und selbst dann bleibe die Möglichkeit zur späteren Teilnahme bestehen. Dank Janas Engagement können die Kinder mindestens einmal monatlich über zwei Jahre hinweg töpfern. Auch nach 20 Jahren gehen der Hallenserin die Ideen nicht aus, wie ihr Fotoalbum mit Kinderwerken zeigt – von Insekten über Obst bis zu Weihnachtsdekoration.
Der Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht“
Der Bürgerpreis ehrt Menschen und Organisationen, die sich in Halle und dem Saalekreis ehrenamtlich engagieren. Vorschläge können noch bis zum 16. Mai eingereicht werden, eine Jury entscheidet über die Gewinner, die am 22. August im Neuen Theater Halle ausgezeichnet werden. Die Initiative wird von der Mitteldeutschen Zeitung, der Volksbank und dem Neuen Theater getragen.



