Felix Neureuther fordert Social-Media-Verbot für Kinder: 'Kein Freund von Verboten, aber notwendig'
Neureuther: Social-Media-Verbot für Kinder notwendig (13.04.2026)

Ex-Skistar fordert radikale Wende: Neureuther plädiert für Social-Media-Verbot bei Kindern

Der ehemalige Skistar und vierfache Vater Felix Neureuther hat sich in einem aktuellen Interview deutlich für ein Social-Media-Verbot für Kinder und jüngere Jugendliche ausgesprochen. Der 42-Jährige, der normalerweise als "wirklich kein Freund von Verboten" gilt, sieht angesichts der digitalen Gefahren keine Alternative zu dieser drastischen Maßnahme.

Digitale Überflutung im Klassenzimmer

Neureuther übt scharfe Kritik an der zunehmenden Digitalisierung im Schulalltag. "Wenn man in der zweiten Klasse schon iPad-Unterricht hat, ist das in meinen Augen nicht zukunftsorientiert, ganz im Gegenteil", erklärt der Sportler. Er betont die fundamentale Bedeutung haptischer Erfahrungen für die kindliche Entwicklung: "Es ist so wichtig für die Entwicklung des Gehirns, dass Kinder mit einem Stift schreiben!"

Der Ex-Skistar warnt vor den psychologischen Folgen früher Social-Media-Nutzung: "Die Kinder kommen sonst mit so extremen Inhalten viel zu früh in Berührung, sind auf diese Themen überhaupt nicht vorbereitet und können diese gar nicht verarbeiten."

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Gefahren der virtuellen Welt

Neureuther berichtet von einem beunruhigenden Beispiel aus der pädagogischen Praxis: Ein Lehrer aus Weilheim erstelle mit Zwölf- oder 13-Jährigen im Unterricht Fake-Accounts, um die Jugendlichen für Online-Gefahren zu sensibilisieren. "So sehen die Jugendlichen, wie gefährlich diese digitale Welt tatsächlich ist", so Neureuther. Auch dieser Pädagoge komme zu dem Schluss: "Die einzige Möglichkeit sind Verbote."

"Wenn nur einer in der Klasse ein Smartphone hat, finden alle einen Zugang dazu. Das ist die Gefahr", warnt der vierfache Vater eindringlich.

Rückkehr zum Analogen und natürlichen Lernen

Neureuther plädiert für eine grundlegende Neuausrichtung des Bildungssystems: "Generell lernen Kinder durch Vorleben. Wenn man ihnen als Eltern Dinge glaubwürdig vorlebt, dann macht das was mit den Kindern." Er fordert mehr naturbezogenen Unterricht im Freien, wo Kinder "vor Ort lernen, sehen, riechen und spüren können".

Der Sportler kritisiert zudem das Machtverhältnis zwischen Eltern und Lehrern: "Lehrer müssen wieder mehr Verantwortung bekommen, Eltern dürfen nicht eine solche Power haben und gleich mit dem Anwalt vor der Tür stehen."

Internationale Diskussion um Social-Media-Beschränkungen

Die Forderung nach Social-Media-Beschränkungen für Kinder wird international bereits diskutiert. In Australien existieren entsprechende Regelungen bereits, in vielen europäischen Ländern, darunter Deutschland, wird das Thema kontrovers debattiert. Neureuthers klare Positionierung als prominenter Vater und Sportler gibt dieser Diskussion neues Gewicht.

Der Ex-Skistar bleibt bei seiner radikalen Forderung trotz grundsätzlicher Abneigung gegen Verbote: "Anders wird es nicht funktionieren", ist er überzeugt. Seine Argumentation stützt sich auf den Schutz der kindlichen Entwicklung und die Bewahrung zwischenmenschlicher Beziehungen in einer zunehmend digitalisierten Welt.

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