Der Berliner Senat hat Mittel für zwei dringend benötigte Schwimmbadprojekte freigegeben. Im Osten der Stadt wird ein neues Freibad in Marzahn-Hellersdorf gebaut, im Westen entsteht eine neue Halle für die Wasserballer von Spandau 04. Beide Vorhaben waren seit Jahren von den Bezirken gefordert worden, scheiterten aber immer wieder an der Finanzierung.
Freibad für Marzahn-Hellersdorf
Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf erhält ein neues Freibad, das den Namen „Wuhlestrand“ tragen soll. Die Baukosten belaufen sich auf rund 12 Millionen Euro. Das Bad wird auf einer Fläche von etwa 10.000 Quadratmetern entstehen und neben einem Schwimmerbecken auch ein Kinderbecken, eine Liegewiese und ein Restaurant umfassen. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant. Bezirksbürgermeister Gordon Lemm (SPD) zeigte sich erleichtert: „Dieses Freibad ist ein lang gehegter Traum der Bürgerinnen und Bürger. Ich danke dem Senat für die Unterstützung.“
Neue Halle für Spandau 04
Die Wasserballer von Spandau 04, der erfolgreichste deutsche Wasserballverein, bekommen eine neue Heimspielstätte. Die geplante Halle wird in der Nähe des Sportzentrums Schöneweide errichtet und soll rund 15 Millionen Euro kosten. Sie wird ein Schwimmbecken nach olympischen Maßen (50 Meter) sowie Tribünen für 1.500 Zuschauer bieten. Bislang trainierte und spielte der Verein in der maroden Spandauer Schwimmhalle, die dringend sanierungsbedürftig ist. Der Vorsitzende von Spandau 04, Peter Röhle, erklärte: „Mit dieser Halle haben wir endlich die Perspektive, unseren Sport auf höchstem Niveau auszuüben und auch internationale Wettkämpfe auszurichten. Das ist ein Meilenstein für den Wasserballsport in Berlin.“
Finanzierung und Zeitplan
Die Gesamtkosten beider Projekte belaufen sich auf 27 Millionen Euro. Der Senat stellt die Mittel aus dem Sondervermögen „Infrastruktur der Zukunft“ bereit. Die Bauarbeiten für beide Bäder sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die Wasserballhalle soll 2027 fertiggestellt werden, das Freibad ein Jahr später. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport betonte, dass beide Projekte einen wichtigen Beitrag zur Sport- und Freizeitinfrastruktur der Stadt leisten. „Berlin braucht moderne Bäder für den Breiten- und Spitzensport. Mit diesen Investitionen kommen wir unserem Ziel näher“, sagte ein Sprecher.
Reaktionen aus der Politik
Die Entscheidung des Senats stieß in den Bezirken auf breite Zustimmung. Der Spandauer Bezirksbürgermeister Frank Bewig (CDU) sprach von einem „guten Tag für den Sport in Spandau“. Auch die oppositionellen Grünen im Abgeordnetenhaus begrüßten die Investitionen, forderten aber zugleich ein Gesamtkonzept für die Sanierung aller Berliner Bäder. Die Linke kritisierte, dass die Mittel aus dem Sondervermögen kommen, das eigentlich für andere Zwecke vorgesehen sei. Dennoch überwog die Freude über die lang ersehnten Neubauten.



