Selbst die Gefängnisgitter konnten den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) nicht stoppen. Eine neue Recherche des britischen „Telegraph“ zeigt: Während seiner ersten Haftstrafe nutzte Epstein seinen täglichen Freigang, um weitere Frauen zu missbrauchen.
2008 wurde der Finanzier in Palm Beach (Florida) zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, nachdem er sich schuldig bekannt hatte, Minderjährige für Prostitution angeworben zu haben. Mit dem Deal entging er einer möglichen lebenslangen Haft. Nach nur 13 Monaten kam er auf Bewährung frei. Brisant: Epstein durfte das Gefängnis offenbar jeden Tag verlassen. Offiziell arbeitete er in einem Büro einer angeblichen Nonprofit-Organisation namens Florida Science Foundation.
Epstein-Stiftung kurz vor Haft gegründet
Doch genau hier beginnt der Skandal. Laut „Telegraph“ wurde die Stiftung erst wenige Monate vor Epsteins Haftantritt von seinem Anwalt gegründet. Kritiker sprechen von einer dubiosen Briefkasten-Organisation, die ihm den Freigang zum angeblichen Arbeiten ermöglichte. Bei der Organisation arbeitete auch die Usbekin Roza. Sie war mit dem Versprechen einer Modelkarriere in die USA gelockt worden und lernte Epstein 2008 im Alter von 18 Jahren kennen. Vor einem Ausschuss des US-Kongresses sagte sie im Mai 2026 aus, Epstein habe sie während ihrer Arbeit in dem Büro sexuell missbraucht.
Prominente Gäste im Epstein-Knast
Fotos und Dokumente, die der „Telegraph“ ausgewertet hat, sollen die Aussagen mehrerer mutmaßlicher Opfer stützen. Sie zeigen ein auffällig eingerichtetes Fake-Büro mit Sofas, Fernseher und einer Bronze-Statue. Dort empfing Epstein laut der Recherche auch prominente Besucher – darunter Sarah Ferguson (66), die ehemalige Frau von Ex-Prinz Andrew (66), sowie den britischen Politiker Peter Mandelson.
Schon damals gab es offenbar Warnungen. Die stellvertretende Staatsanwältin Ann Marie Villafana äußerte laut Unterlagen erhebliche Bedenken. Sie verwies darauf, dass die Stiftung erst kurz zuvor gegründet worden war. Trotzdem erhielt Epstein schließlich die Erlaubnis, sich bis zu zwölf Stunden täglich außerhalb des Gefängnisses aufzuhalten. Die neuen Enthüllungen werfen erneut die Frage auf, warum Epstein trotz seiner Verurteilung derart weitreichende Sonderrechte erhielt.



