Ein Berufungsgericht in Kalifornien hat es abgelehnt, den Schuldspruch gegen den ehemaligen Film-Mogul Harvey Weinstein (74) aufzuheben. Das dreiköpfige Richtergremium bestätigte am Freitag (Ortszeit) die Verurteilung aus dem Jahr 2022, ordnete jedoch eine Neufestsetzung des Strafmaßes an. Weinstein war im Dezember 2022 in Los Angeles wegen Sexualverbrechen in drei Anklagepunkten, darunter Vergewaltigung, schuldig gesprochen worden. Die Vorwürfe stammten von vier Frauen und bezogen sich auf Taten zwischen 2004 und 2013, die überwiegend in Hotels in Beverly Hills stattgefunden haben sollen. Im Februar 2023 wurde er zu 16 Jahren Haft verurteilt.
Berufung der Anwälte abgewiesen
Weinsteins Anwälte hatten Berufung eingelegt, um das Urteil aufzuheben. Sie argumentierten unter anderem, der Prozess sei im Hinblick auf Zeugenbefragungen unfair gewesen. Das Berufungsgericht wies diese Einwände nun zurück, gab den Fall jedoch an die frühere Richterin zurück, die in einem Anklagepunkt eine Höchststrafe von acht Jahren verhängt hatte. Sie soll das Strafmaß nun neu festlegen. Weinstein-Sprecher Juda Engelmayer drückte in einer Stellungnahme seine Enttäuschung über das Festhalten an dem Schuldspruch aus. Die Verteidiger wollen den Fall vor das Oberste Gericht in Kalifornien bringen, kündigte Engelmayer an.
Parallelverfahren in New York
Einen Tag zuvor hatte es in New York in einem anderen Verfahren gegen Weinstein Neuigkeiten gegeben. In Absprache mit der Schauspielerin Jessica Mann, die Weinstein Vergewaltigung vorwirft, wurde entschieden, den Fall nicht erneut aufzurollen, teilte die New Yorker Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Weinstein war angeklagt, Mann 2013 in einem Hotel in Manhattan vergewaltigt zu haben. In einem Prozess im Jahr 2020, der sich im Wesentlichen um zwei Klägerinnen drehte, war er zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch wurde 2024 jedoch aufgrund von Verfahrensfehlern überraschend kassiert. Zweimal wurde der Prozess danach neu aufgerollt – in diesem Anklagepunkt konnte sich die Jury jedoch in beiden Fällen nicht einigen. Die Geschworenen in New York sahen es 2025 aber als erwiesen an, dass Weinstein schwere Sexualverbrechen an einer anderen Frau begangen habe. Das Strafmaß in diesem Fall wird im September erwartet.
Hintergrund der Vorwürfe
Seit 2017 haben mehr als 80 Frauen Weinstein öffentlich sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Vor Gericht hat der Ex-Hollywood-Mogul alle Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Anwälte argumentieren, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich gewesen. Die Entscheidung des Berufungsgerichts in Kalifornien stellt einen weiteren Schritt in den langwierigen rechtlichen Auseinandersetzungen dar, die Weinstein seit Jahren beschäftigen.



