Vinted: Polizei ermittelt nach Anzeigen mit Kinderbeschreibungen
Vinted: Polizei ermittelt nach Kinder-Anzeigen

Die Berliner Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, nachdem auf der Secondhand-Plattform Vinted Anzeigen mit irritierenden Beschreibungen aufgetaucht sind. In den Anzeigen werden Spielzeuge zu überteuerten Preisen angeboten, während die Beschreibungen auf Kinder verweisen. So heißt es etwa unter einem Foto von Dragonball-Figuren für 30.000 Euro: „Junge, 18 Monate alt, 82 cm“. Ein Teddy für 10.000 Euro wird als „7 Jahre, guter Zustand, weiblich, eine ganz Brave“ beschrieben. Die hohen Preise sollen angeblich dazu dienen, dass die Anzeigen nur mit gezielter Suche gefunden werden können.

Ermittlungen in mehreren Bundesländern

Die irritierenden Anzeigen tauchten in den vergangenen Tagen reihenweise bei Vinted auf. Nutzer auf Social-Media-Kanälen, insbesondere auf TikTok, machen auf das Phänomen aufmerksam und veröffentlichen Screenshots. Viele rufen dazu auf, die Anzeigen zu melden, und geben an, bereits die Polizei informiert zu haben. Daraufhin haben diverse Landeskriminalämter, darunter das Hessische LKA und das LKA Berlin, Ermittlungen aufgenommen. Ein Sprecher der Berliner Polizei erklärte: „Das ist ein höchst sensibles Thema. Wir nehmen die Hinweise ernst und behandeln sie mit höchster Sorgfalt.“ Es werde geprüft, ob „Ernsthaftigkeit“ gegeben sei.

Vinted: Keine Hinweise auf Kinderhandel

Die Secondhand-Plattform Vinted reagierte auf Anfragen auf Instagram und sorgte damit für Empörung: „Nach einer gründlichen Untersuchung haben wir keine Hinweise gefunden, die diese Angebote mit kriminellen Aktivitäten in Verbindung bringen. Die Gerüchte beruhen auf einem Missverständnis darüber, wie unsere Plattform funktioniert.“ Die betreffenden Anzeigen sind inzwischen nicht mehr auf Vinted zu finden. Nach Informationen der BILD gehen die Ermittler zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass sich mehrere Internetnutzer mit den Anzeigen üble Scherze erlaubt haben.

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Vergleich mit früheren Vorfällen

Bereits im vergangenen Jahr sorgte Vinted für Schlagzeilen, nachdem Fotos aus Kleideranzeigen von Nutzerinnen in sexualisierten Telegram-Kanälen veröffentlicht wurden. Die Pressestelle von Vinted bekräftigt auf Anfrage, dass bei Überprüfungen keinerlei Beweise für Kinderhandel gefunden wurden. Man nehme das Thema sehr ernst und fordere dazu auf, solche Anzeigen zu melden. Eine Sprecherin erklärte: „Bei den Fällen handelt es sich leider schlicht um Trolling und gezielte Falschmeldungen, die darauf ausgelegt sind, viral zu gehen.“ Man dulde keine unangemessenen oder kriminellen Inhalte auf der Plattform, sperre ggf. Konten und arbeite auch mit der Polizei zusammen.

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