Nach dem verheerenden Stromausfall im Januar 2026, bei dem Zehntausende tagelang ohne Strom ausharrten, hat eine Expertenkommission am Montag ihr Konzept zur Verbesserung des Katastrophenschutzes vorgestellt. Die Kommission fordert den Aufbau eines zentralen Lagezentrums, das alle Krisenstäbe von Landes- bis Bundesebene koordinieren soll, sowie die Einführung eines Chief Resilience Officers (CRO). Ziel ist es, Berlin bis spätestens 2029 widerstandsfähiger gegen Krisen zu machen.
Mängelliste: Kommunikation und Notstromversorgung unzureichend
Die Kommission kritisiert, dass Berlin in vielerlei Hinsicht unvorbereitet gewesen sei. Die Mängelliste reiche von unzureichender Kommunikation mit der Bevölkerung bis zu Mängeln bei der Notstromversorgung. Der Terroranschlag müsse ein Weckruf für Berlin und andere Städte sein. „Der Stromausfall hat eklatante Schwachstellen offengelegt. Wir müssen jetzt handeln, bevor die nächste Krise kommt“, sagte ein Sprecher der Kommission.
Kosten der Resilienz: Sparen kann Leben kosten
Die Stadt widerstandsfähiger zu machen, kostet Geld. Schon vor Jahren wollte der Senat eine bessere Krisenreaktion aufbauen, doch passiert sei kaum etwas. „Die Notfallvorsorge kommt gern zu kurz, weil Krisenfälle selten eintreten“, heißt es in dem Bericht. „Doch in Notfällen kostet Sparen im Zweifelsfall Menschen das Leben.“ Die Kommission betont, dass langfristige Herausforderungen wie Infrastruktur, Klima und Gefahrenresilienz nicht unmittelbar bessere Umfragewerte bringen, aber dennoch prioritär behandelt werden müssten.
Politische Umsetzung: Skepsis gegenüber Frist bis 2029
Ob Berlin bis 2029 tatsächlich besser auf einen Stromausfall vorbereitet sein wird, bleibt abzuwarten. Der Erfolg von Politikern werde in Wahlzyklen gemessen, und langfristige Investitionen in die Resilienz seien selten populär. Die Kommission fordert daher ein Umdenken: „Es geht nicht um schnelle Erfolge, sondern um die Sicherheit der Bürger.“



