Am Landgericht Rostock hat der Prozess gegen eine 30-jährige Frau begonnen, die des Mordes an dem achtjährigen Fabian aus Güstrow angeklagt ist. Der Junge war am 10. Oktober 2025 getötet worden. Die Angeklagte ist die Ex-Freundin von Fabians Vater. Sie sitzt seit dem 7. November 2025 in Untersuchungshaft.
Laut Staatsanwaltschaft war die Frau erbost über die endgültig erscheinende Trennung von Fabians Vater. Am Tattag fuhr sie mit ihrem Auto zur Wohnung von Fabian und seiner Mutter in Güstrow. Der Junge war wegen Unwohlseins zu Hause geblieben, die Mutter war bei der Arbeit. Die Angeklagte bewegte Fabian dazu, in ihr Auto zu steigen, und fuhr mit ihm und ihrem Hund in ein Waldstück südwestlich von Güstrow.
Dort soll die Frau den Jungen mit einem Messer mindestens sechsmal erstochen haben, zwei Stiche trafen das Herz. Fabian starb zwischen 10.50 Uhr und 13.00 Uhr. Die Anklage wirft der Frau vor, ziel- und zweckgerichtet gehandelt zu haben, um durch die Tötung des Jungen einen Streitpunkt in der Beziehung zum Vater aus dem Weg zu räumen. Auch finanzielle Motive spielten eine Rolle, da die Frau ohne die Beziehung ihren Lebensstil nicht habe fortführen können.
Um Spuren zu verwischen, soll die Angeklagte den Leichnam noch am selben Nachmittag angezündet haben. Fabian wurde erst vier Tage später, am 14. Oktober 2025, gefunden. Die Angeklagte hatte den Fund selbst gemeldet, damals noch als angebliche Spaziergängerin.
Die Verteidiger der Frau kündigten an, dass sie sich vorerst nicht zur Sache äußern werde. Der Vorsitzende Richter appellierte an die Medien, objektiv zu berichten. Der Prozess wird fortgesetzt, unter anderem mit Zeugenaussagen der Mutter und des Vaters des Jungen.



