Das Amtsgericht Tiergarten hat einen 35-jährigen Mann wegen versuchter schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Der Angeklagte hatte am 20. September 2025 in der Bibliothek eines französischen Kulturzentrums am Berliner Kurfürstendamm mehrere Bücher mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet.
Geistesgegenwärtiger Zeuge verhindert Schlimmeres
Ein anderer Besucher griff mutig ein und löschte die drei Brandherde rechtzeitig mit einem Feuerlöscher, wie die Vorsitzende Richterin betonte. Nach Angaben einer Bibliotheksmitarbeiterin wurden etwa 200 Bücher durch Flammen oder Löschwasser beschädigt. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf rund 6.500 Euro.
Motiv: Unmut über Geschichtsdarstellung
Der aus Westafrika stammende Angeklagte hatte die Tat gestanden und bedauert. Er sei aus Sachsen-Anhalt nach Berlin gereist, um Urlaub zu machen, und habe die Bibliothek aufgesucht, weil er gerne lese und Bücher liebe. In der Abteilung Geschichte habe er sich mit drei Büchern befasst. „Ich habe über Sklavenzeit gelesen“, sagte er. „Ich fand, dass die Geschichte darin schlecht oder falsch erzählt wurde.“ Aufgeregt habe er gedacht: „Ich muss etwas tun.“
Keine Gefahr für Menschen beabsichtigt
Der 35-Jährige betonte, er habe keine Menschen in Gefahr bringen wollen. Er habe Anwesende noch gebeten, den Raum zu verlassen. Für den entstandenen Schaden werde er aufkommen und „alles Stück für Stück abbezahlen“.
Rechtskräftiges Urteil
Mit dem Urteil folgte das Gericht den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Die Entscheidung ist rechtskräftig.



