Nach der 0:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist die Enttäuschung in Berlin allgegenwärtig. Nicht nur die Fans sind frustriert, auch die Gastronomie und der Einzelhandel in der Hauptstadt zeigen sich tief getroffen. „Das ist eine Vollkatastrophe für uns“, sagt der Vorsitzende des Berliner Gaststättenverbandes, Olaf Schreiber.
Umsatzeinbußen und leere Terrassen
Viele Gastronomen hatten auf ein längeres Verbleiben der DFB-Elf im Turnier gehofft und entsprechende Vorbereitungen getroffen. „Wir haben extra zusätzliche Bildschirme installiert und das Personal aufgestockt. Jetzt sitzen wir auf den Kosten“, klagt Schreiber. Nach Angaben des Verbandes rechnen die Betriebe mit Umsatzverlusten von mindestens 30 Prozent für die verbleibende WM-Zeit. Besonders betroffen sind Lokale in den Innenstadtbezirken, die auf Public Viewing setzen.
Handel leidet unter ausgefallenen Feierlichkeiten
Auch der Einzelhandel spürt die Folgen des frühen Aus. „Die Fanartikel, die wir für die nächsten Runden bestellt haben, bleiben nun liegen“, sagt Petra Müller, Geschäftsführerin des Berliner Einzelhandelsverbandes. „Viele Kunden haben ihre geplanten Einkäufe für Public-Viewing-Partys storniert.“ Die Stimmung in der Stadt sei gedrückt, was sich auch auf das Konsumverhalten auswirke.
Schockierte Fans und leere Public-Viewing-Zonen
Die Bilder vom Public Viewing am Potsdamer Platz zeigen schockierte Gesichter. Nach dem Schlusspfiff blieben die meisten Fans still sitzen, viele verließen schnell den Ort. „Das war unsere Chance, jetzt ist alles vorbei“, sagt der Fan Max Mustermann. Die Polizei meldet keine Ausschreitungen, die Stimmung sei überwiegend friedlich, aber bedrückt gewesen.
Wirtschaftliche Folgen für die Stadt
Der Ausfall der deutschen Mannschaft hat auch über die Gastronomie hinaus wirtschaftliche Auswirkungen. Die Berliner Tourismuswirtschaft hatte mit zusätzlichen Einnahmen durch internationale Fans gerechnet, die nun ausbleiben. „Wir müssen unsere Prognosen nach unten korrigieren“, so ein Sprecher der Berlin Tourismus & Kongress GmbH. Die Stadt verliert nach Schätzungen mindestens 50 Millionen Euro an erwarteten Mehreinnahmen.



