Das Mittelmeerhaus im Botanischen Garten Berlin wird grundlegend saniert. Der Berliner Senat beschloss am 19. Mai 2026 auf Vorlage von Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD), die Maßnahme mit 29 Millionen Euro aus dem Investitionssofortprogramm des Bundes zu finanzieren. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Frühjahr 2027 beginnen.
Historisches Jugendstil-Gewächshaus in Gefahr
Das 1904 errichtete Gewächshaus befindet sich weitgehend im Originalzustand und gilt als eines der wenigen vollständig erhaltenen Jugendstil-Gewächshäuser auf dem europäischen Kontinent. Jahrelang war die Sanierung verschleppt worden. Als der Berliner Senat das Vorhaben 2024 strich und der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses im Februar 2026 eine erste Tranche von 500.000 Euro für die Sanierung ablehnte, schien das Ende des Hauses besiegelt.
Die Statik war zuletzt so stark beeinträchtigt, dass eine Sperrung für Besucher und Mitarbeitende drohte. Auch die wissenschaftliche Pflanzensammlung im Mittelmeerhaus, die über hundert Jahre alte Baumfarne beinhaltet, wäre ohne Sanierung gefährdet gewesen.
Bundesmittel sichern Rettung
Im März 2026 ermöglichten 600.000 Euro aus dem 14. Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes die dringlichsten Reparaturen. Nun folgt die Gesamtlösung. Senatorin Czyborra teilte mit, das Bundesinvestitionsprogramm richte sich an Vorhaben, für die Planungen vorlägen, aber Mittel fehlten. „Genau das ist bei dem Mittelmeerhaus der Fall.“ Bausenator Christian Gaebler (SPD) teilte mit, die Sanierung verbinde energetische Modernisierung mit Denkmalerhalt und werde die Betriebskosten dauerhaft senken.
Erleichterung im Botanischen Garten
Gartendirektor Thomas Borsch zeigte sich erleichtert angesichts der Rettung: „Dass nun die Grundsanierung des Mittelmeerhauses als Teil des nationalen Kulturdenkmals Botanischer Garten Berlin vom Bund ermöglicht wird, das ist für uns wirklich ein schönes Signal.“
Während der Bauzeit von voraussichtlich zwei bis drei Jahren muss das Mittelmeerhaus geschlossen werden. Gartenbetriebsleiter Thorsten Laute lud dazu ein, das Haus noch in diesem Jahr zu besuchen, bevor die Arbeiten beginnen.



