WHO unterschätzte Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff Hondius
WHO unterschätzte Hantavirus-Ausbruch auf Hondius

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius zunächst als geringes Risiko eingestuft. Jetzt stellt sich heraus: Die Epidemie war weit gefährlicher als anfangs behauptet. Insgesamt infizierten sich 13 Passagiere mit dem Virus, drei von ihnen starben.

WHO-Chef spricht von „Ende des Ausbruchs“

Am Sonntag verkündete WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf seinem X-Account: „Der Ausbruch nähert sich dem Ende.“ Diese optimistische Einschätzung steht im Widerspruch zu neuen Erkenntnissen, die zeigen, dass die Lage ernster war als zunächst dargestellt.

Der Ausbruch begann Anfang April an Bord der MV Hondius, einem Expeditionskreuzfahrtschiff. Die grippeähnliche Erkrankung breitete sich schnell aus. Drei der infizierten Passagiere erlagen den Folgen der Infektion.

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Kritik an der Risikobewertung

Hermann Feldmeier, Experte für Infektionskrankheiten, kommentiert in einem Gastbeitrag: „Die WHO hat das Risiko anfangs unterschätzt. Der Ausbruch hätte weit schlimmer kommen können.“ Er bemängelt, dass die Behörde zu spät reagiert habe und die Kommunikation unzureichend gewesen sei.

Die WHO hatte die Epidemie als „geringes Risiko“ eingestuft, obwohl die Sterblichkeitsrate bei 23 Prozent lag – deutlich höher als bei den meisten Hantavirus-Ausbrüchen.

Hintergrund: Hantavirus-Infektionen

Hantaviren werden durch Nagetiere übertragen und können beim Menschen schwere Erkrankungen auslösen, darunter hämorrhagisches Fieber mit Nierensyndrom (HFRS) oder Hantavirus-Pulmonal-Syndrom (HPS). Die Symptome ähneln einer schweren Grippe.

Die MV Hondius war auf einer Expeditionsreise in der Antarktis unterwegs. Die Passagiere kamen aus verschiedenen Ländern, was die Kontaktnachverfolgung erschwerte.

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