Welt-Naturisten-Tag: FKK erlebt zögerliches Comeback in Deutschland
Welt-Naturisten-Tag: FKK-Comeback in Deutschland

Am 7. Juni wird der Welt-Naturisten-Tag gefeiert, und die Freikörperkultur (FKK) in Deutschland erlebt ein zögerliches Comeback. Immer mehr Menschen, darunter auch viele Jüngere, entdecken die Nacktheit in der Natur neu. Auf Campingplätzen, Sportplätzen und Wanderwegen wächst das Interesse stetig.

FKK-Campingplatz am Rätzsee: Übernachtungszahlen verdreifacht

Auf dem FKK-Campingplatz am Rätzsee in Mecklenburg-Vorpommern berichten die Betreiber Fabian Heuel und Martin Löser von einem deutlichen Aufschwung. „Am ersten Abend sind sie vielleicht noch ein bisschen gehemmt, am zweiten sitzen sie dann plötzlich ohne Badebekleidung an der Badestelle und am dritten haben sie sich überlegt, dass sie noch länger bleiben wollen“, erklärt Heuel. Immer häufiger kämen auch junge Menschen vorbei. Insgesamt hätten sich die Übernachtungszahlen in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht, was vermutlich auch mit dem allgemeinen Camping-Boom zusammenhängt.

Welt-Naturisten-Tag am ersten Sonntag im Juni

Der Verein Get Naked Deutschland feiert traditionell am ersten Sonntag im Juni den Welt-Naturisten-Tag. Auch auf dem Campingplatz am Rätzsee sind am Wochenende (6./7. Juni) Aktionen geplant – im besten Fall nackt. Die Freikörperkultur zelebriert gemeinsame Nacktheit und Naturverbundenheit und erlebt in Deutschland allmählich ein Comeback.

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Mitgliederentwicklung in FKK-Vereinen

Rund 35.000 Menschen sind aktuell Mitglied in einem FKK-Verein, sagt die Vizepräsidentin des Deutschen Verbands für Freikörperkultur (DFK), Manuela Fernandez. 2010 waren es knapp 40.000 Mitglieder, 2018 sank die Zahl auf gut 32.000. Seitdem geht es wieder bergauf. Viele der 120 Vereine seien jedoch etwas eingestaubt und hätten große Nachwuchsprobleme. Es komme vor, dass die Hälfte der Mitglieder über 60 Jahre alt sei. Dennoch seien in den vergangenen Jahren auch zunehmend jüngere Menschen ab 30 Jahren dabei. „Denen ist wirklich wurscht, wie sie aussehen“, betont Fernandez.

Freiheitsgefühl und sportliche Aktivitäten

„Wenn man einmal nackt am Strand war, dann ist das ein Freiheitsgefühl, das habe ich mir vorher gar nicht vorstellen können“, erklärt Fernandez. Es herrsche eine sehr ungezwungene und respektvolle Atmosphäre. Die meisten Naturisten seien sportaffin, gerade Wanderungen seien hoch im Kurs. Der Nackt-Wanderweg am Rätzsee, der vergangenes Jahr als erster in Mecklenburg-Vorpommern eröffnete, verzeichnet eine „ziemlich gute“ Resonanz, wie Löser sagt. Zwar seien die meisten auch nackt unterwegs, natürlich dürfe man dort aber auch angezogen entlangspazieren.

Der Welt-Naturisten-Tag am 7. Juni bietet eine Gelegenheit, die Freikörperkultur neu zu entdecken und die Natur ohne Kleidung zu genießen. Ob auf dem Campingplatz, am Strand oder auf Wanderwegen – das Interesse wächst, und immer mehr Menschen trauen sich, die Hüllen fallen zu lassen.

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