Josephine (Name von der Redaktion geändert) lernte ihren Ex-Mann Anfang der 2000er Jahre kennen und lieben. Sie heirateten, zogen gemeinsam in die USA und bekamen zwei Kinder. Was später folgte, wurde für Josephine zum Albtraum: Die Ehe war geprägt von Gewaltausbrüchen und ständiger Angst. Selbst nach der Trennung konnte sie ihrem Peiniger nicht entkommen – denn der gemeinsame Nachwuchs band sie weiter an ihn.
Der lange Weg vor Gericht
Obwohl Josephine vor der häuslichen Gewalt floh, zog ihr Ex-Mann sie vor Gericht. Er klagte das Umgangsrecht mit den Töchtern ein – gegen deren ausdrücklichen Willen. Seit über einem Jahrzehnt führt Josephine einen zermürbenden Kampf um das Sorgerecht. Eine Juristin ordnet den Fall ein und erklärt, warum das Thema häusliche Gewalt oft ausgeklammert wird, wenn es um die Kinder geht.
Komplexe Rechtslage bei Gewalt in der Familie
Die Rechtslage in solchen Fällen ist komplex. Gerichte müssen zwischen dem Kindeswohl und dem Umgangsrecht des Vaters abwägen. Doch wenn Gewalt im Spiel ist, wird das Kindeswohl oft gefährdet. Die Juristin betont: „Häusliche Gewalt darf nicht isoliert betrachtet werden. Sie wirkt sich direkt auf die Kinder aus, selbst wenn sie nicht selbst Opfer sind.“
Warum Täter oft Macht behalten
Ein großes Problem: Selbst nach der Trennung haben gewalttätige Ex-Partner oft noch Macht über ihre Opfer. Das Sorgerecht wird zum Druckmittel. Josephine erlebt dies am eigenen Leib: Ihr Ex-Mann nutzt den Rechtsweg, um sie weiter zu kontrollieren. Die Juristin fordert daher eine stärkere Berücksichtigung von Gewaltschutzaspekten im Familienrecht.
Was sich ändern muss
Experten fordern, dass Gerichte bei Sorgerechtsverfahren grundsätzlich prüfen, ob häusliche Gewalt vorliegt. Nur so könne verhindert werden, dass Täter ihre Macht missbrauchen. Josephine hofft, dass ihr Fall zu mehr Bewusstsein beiträgt. „Ich kämpfe nicht nur für mich, sondern für alle Frauen, die in solchen Situationen stecken“, sagt sie.



