Der als „Tunnel des Grauens“ bekannte Fußgängertunnel am Internationalen Congress Center (ICC) in Berlin soll eine ungewöhnliche Aufwertung erfahren. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat nun ein konkretes Konzept vorgestellt, das auf den ersten Blick überrascht: Neben einem Kiosk und einem Café sind auch Tischtennisplatten geplant.
Viele Ideen – alle gescheitert
Bereits in der Vergangenheit gab es zahlreiche Vorschläge zur Neugestaltung der Passarelle. Künstlerische Installationen, Pop-up-Stores oder sogar ein kleines Museum – doch alle Projekte scheiterten an Finanzierung, Bürokratie oder mangelndem Interesse. Der Tunnel, der das ICC mit dem S-Bahnhof Westkreuz verbindet, galt lange als Angstraum und wurde von Anwohnern und Besuchern gemieden.
Ungewöhnliche Partnerschaft
Für die Umsetzung der neuen Pläne setzt der Bezirk auf eine Kooperation mit lokalen Sportvereinen und Gastronomen. „Wir wollen den Tunnel nicht nur sicherer, sondern auch einladender gestalten“, erklärt Bezirksbürgermeisterin Kirstin Bauch (Grüne). Die Idee: Ein Kiosk mit Café soll für Belebung sorgen, während Tischtennisplatten zum Verweilen einladen.
Geplant ist, den Tunnel mit helleren Farben zu streichen, die Beleuchtung zu verbessern und Sitzgelegenheiten zu schaffen. Die Tischtennisplatten sollen wetterfest sein und kostenlos genutzt werden können. „Sport im Untergrund – das ist ein Experiment, aber wir sind zuversichtlich“, so Bauch weiter.
Kritik und Hoffnung
Während einige Anwohner die Pläne begrüßen, gibt es auch skeptische Stimmen. „Ein Café im Tunnel? Das wird doch wieder nur Vandalismus anziehen“, befürchtet ein Passant. Der Bezirk verspricht jedoch regelmäßige Kontrollen und ein Sicherheitskonzept. Die Bauarbeiten sollen im Herbst 2026 beginnen, die Fertigstellung ist für Frühjahr 2027 geplant.
Ob das Konzept diesmal erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der „Tunnel des Grauens“ soll endlich seinen Schrecken verlieren.



