Victor Willis, der Leadsänger der legendären Disco-Band Village People, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 74 Jahren an den Folgen einer »kurzen, aber aggressiven« Krankheit, wie seine Ehefrau am Mittwoch über Facebook mitteilte. Willis war nicht nur als Frontmann der Gruppe bekannt, die in den späten 1970er Jahren mit Hits wie »Y.M.C.A.«, »Macho Man« und »Go West« Weltruhm erlangte, sondern auch als Mitkomponist dieser Songs.
Vom Cop-Kostüm zum Welterfolg
Die Village People traten stets in stereotypischen Macho-Kostümen auf – Willis verkörperte dabei den Polizisten. Die Gruppe wurde ursprünglich von dem französischen Produzenten Jacques Morali ins Leben gerufen, der gemeinsam mit Willis die größten Hits schrieb. Per Kleinanzeige suchten sie nach »Machotypen«, die tanzen konnten und einen Schnurrbart trugen. Die 1977 veröffentlichte Single »Macho Man« erreichte schnell ein breites Publikum in den USA, der weltweite Durchbruch gelang ein Jahr später mit »Y.M.C.A.«.
Höhen und Tiefen nach dem Ausstieg
Victor Willis verließ die Village People 1980, um eine Solokarriere zu verfolgen, kämpfte jedoch in den folgenden Jahren mit Drogenproblemen. 2006 wurde er festgenommen und gerichtlich zu einem Entzug verpflichtet. Nach einer außergerichtlichen Einigung mit Moralis Geschäftspartner Henri Belolo kehrte Willis 2017 zur Band zurück.
Politische Kontroversen um die Musik
In den letzten Jahren sorgte die Nutzung der Village-People-Songs durch US-Präsident Donald Trump für Aufsehen. Trump verwendete die Musik regelmäßig bei Wahlkampfauftritten für Tanzeinlagen. Willis forderte Trump im Juni 2020 zunächst auf, die Lieder nicht mehr zu nutzen, gab aber einige Monate später seine Zustimmung. Im Januar 2025, nach Trumps Wiederwahl, traten die Village People sogar bei einer der Partys vor der Amtseinführung auf.
Victor Willis wird als einer der prägendsten Stimmen der Disco-Ära in Erinnerung bleiben. Sein Tod hinterlässt eine Lücke in der Musikwelt.



