Die geplante große Geburtstagsparty zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der USA in Washington, D.C. ist zu einem peinlichen Desaster geworden, das selbst dem präsidententreuen Sender Fox News kein gutes Wort mehr abringt. Was als gigantische „State Fair“ auf der National Mall angekündigt war, entpuppte sich als trauriges Spektakel mit leeren Rängen und abgesagten Musik-Acts. US-Präsident Donald Trump, der die Feierlichkeiten persönlich orchestrierte, soll laut Berichten geschmollt haben, als klar wurde, dass die erhoffte Massenbegeisterung ausblieb.
Musik-Acts sagen ab, Besucher bleiben fern
Ursprünglich war ein mehrtägiges Fest mit Konzerten, Feuerwerk und Paraden geplant, um den 250. Geburtstag der Nation gebührend zu begehen. Doch mehrere prominente Künstler sagten ihre Auftritte kurzfristig ab, darunter Country-Sänger und Popstars, die aus politischen Gründen oder wegen Terminkonflikten nicht teilnehmen wollten. Die Absagen hinterließen eine Lücke, die durch weniger bekannte Acts nur unzureichend gefüllt werden konnte. Die Folge: Statt der erwarteten Hunderttausende kamen nur einige tausend Besucher auf die National Mall, wie Luftaufnahmen und Berichte von Augenzeugen zeigen.
Selbst Fox News, das Trump normalerweise wohlgesonnen ist, zeigte sich in der Berichterstattung enttäuscht. Ein Moderator des Senders kommentierte: „Das war nicht die Party, die wir uns vorgestellt haben.“ Die Stimmung sei gedrückt gewesen, die leeren Bierbänke und verlassenen Stände hätten ein trauriges Bild abgegeben.
Trump schmollt und gibt anderen die Schuld
Der US-Präsident, der sich persönlich für die Organisation der Feierlichkeiten eingesetzt hatte, reagierte verärgert. Laut Kreisen aus dem Weißen Haus machte er nicht etwa die eigenen Planungsfehler verantwortlich, sondern beschuldigte die Medien, die Veranstaltung schlechtzureden, und die abgesprungenen Künstler der Illoyalität. „Der Präsident war sichtlich enttäuscht und hat sich in seine Räume zurückgezogen“, hieß es aus dem Umfeld. Trump selbst äußerte sich öffentlich nicht direkt, sondern ließ über seinen Sprecher mitteilen, die Feier sei „ein großer Erfolg“ gewesen – eine Behauptung, die durch die Bilder von leeren Plätzen und die Berichte der anwesenden Reporter widerlegt wird.
Die Opposition nutzte das Debakel sofort für politische Angriffe. Der demokratische Senator Chuck Schumer twitterte: „Statt einer würdigen Feier zum 250. Geburtstag haben wir eine PR-Pleite erlebt. Das Land hat Besseres verdient.“ Auch in den sozialen Medien machten sich Nutzer über die gescheiterte Party lustig, unter dem Hashtag #StateFail verbreiteten sich Fotos der leeren Veranstaltungsfläche.
Die Amerikaner feiern anderswo
Während die offizielle Feier in Washington verwaist blieb, fanden vielerorts in den USA private und lokale Feierlichkeiten statt. In Städten wie New York, Chicago und Los Angeles strömten die Menschen auf Straßenfeste, in Parks und an Strände, um den Unabhängigkeitstag zu begehen. „Die Leute haben einfach keine Lust mehr auf Trumps Inszenierungen“, sagte eine Teilnehmerin in Brooklyn. „Wir feiern lieber unter uns, ohne Politik.“ Die Bilder von vollen Straßen und fröhlichen Menschen in anderen Teilen des Landes kontrastierten scharf mit der trostlosen Stimmung in Washington.
Die Veranstaltung war ursprünglich als eine Art „State Fair“ konzipiert worden, mit Fahrgeschäften, Essensständen und patriotischen Paraden. Doch die hohen Sicherheitsvorkehrungen, die Absperrungen und die politische Aufladung schreckten viele Familien ab. „Es fühlte sich an wie eine Wahlkampfveranstaltung, nicht wie ein Geburtstagsfest“, kritisierte ein Besucher gegenüber der Washington Post.
Selbst Trump-nahe Medien zeigen sich enttäuscht
Bemerkenswert ist die Reaktion von Fox News, das sonst jede Aktion des Präsidenten verteidigt. In der Sendung „Fox & Friends“ hieß es, die Feier sei „nicht das, was man sich erhofft hatte“. Ein Kommentator sprach von einem „kommunikativen Desaster“. Die Berichterstattung des Senders zeigte deutlich, dass selbst die treuesten Unterstützer Mühe hatten, das Ereignis schönzureden. Einige konservative Blogger sprachen von einer „verpassten Chance“ und kritisierten die Organisation.
Das Debakel kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Trump, der sich im Vorfeld der nächsten Präsidentschaftswahl als großer Patriot und Macher präsentieren wollte. Stattdessen liefert die leere National Mall ein Bild von einem Präsidenten, der die Menschen nicht mehr zu begeistern vermag. Die Opposition wird dies sicherlich in den kommenden Wochen immer wieder thematisieren.
Bleibt abzuwarten, ob die geplanten Nachholtermine in anderen Städten besser angenommen werden. Bislang gibt es jedoch keine Anzeichen dafür, dass die Stimmung kippt. Die Amerikaner feiern ihren Geburtstag – aber offenbar lieber ohne Trump.



